14.09.2022

Hörnchenfrei

Seit gestern sind wir komplett „hörnchenfrei“, mit Ausnahme des Auswilderungsgeheges, in dem noch ChokDi und Knuffel auf ihre Auswilderung warten. Das Hörnchenzimmer ist wieder zum Wohnzimmer mutiert, die Stoffhörnchen haben wieder ihre vielfältigen Sitzplätze bezogen und die ersten zu trocknenden Baumhaselnüsse sind auch schon wieder eingezogen. Unsere Hörnchenpinnwand ist voll und unsere Krabbeltanne ist, glaube ich, hinüber, wir sind gespannt, ob sie sich noch erholt, da haben unsere lieben Kleinen richtig Arbeit geleistet, Schadnager eben …

Mit dem Auszug dürfen unsere 2x65cm-Eichhörnchen wieder im Auto auf dem Beifahrersitz mitfahren, natürlich mit Sitzerhöhrung und ordentlich angeschnallt. Dadurch haben wir schon die ein oder andere Spende „erfahren“ …

Auswilderungsgehege

Aufgrund der Situation in der Station (Kryptobefall) hatten wir uns kurzfristig entschieden die 7 Hörnchen (Honey, Maverick, Penny, Phoenix, Lucky, Bibi, Babsi) am Samstag in die Freiheit zu entlassen. Die Wetterbedingungen waren nicht optimal, es gab den ein oder anderen Schauer, aber kein Dauerregen. In ca. 30 Minuten waren alle draußen und suchten sich den nächsten Baum, den sie erklimmen konnten, oder die Waldschule oder wie Honey, die schnurstracks Richtung Ziegenhotel eilte. Da die Außenfutterstationen derzeit fast immer leer sind, gehen wir mal davon aus, dass sie noch in der Nähe um das Gehege umherstreifen und sich eine Bleibe bauen oder gefunden haben und zumindest ein klein wenig unseren AI-Service beanspruchen. Hier die letzten Bilder von Ihnen.

ChokDi und Knuffel brauchten 1-2Tage, bis sie sich wirklich im Auswilderungsgehege zurecht gefunden haben. Wir hätten sie gerne länger in der Station behalten, aber die Situation mit den Kryptos und der möglichen Ansteckungsgefahr, war uns einfach zu gefährlich, so dass wir sie vor der Zeit quasi am gleichen Tag mit der Auswilderung oben, in das Gehege übergesiedelt haben. Das war ein aufregender Tag. Warum auch immer, in der ersten Nacht haben sie in der Futterstation übernachtet, was ja nicht gerade doof ist, ein Bett und das Futter direkt vor der Nase. In der 2. Nacht dann schon in der Hängermatte unterm Dach und jetzt haben sie auch einen Wandkobel in Beschlag genommen. Sie sind aber zwei kleine Langschläfer, d.h. wenn wir morgens zu früh ins Gehege kommen, sind die beiden noch im Kobel und schauen mal ganz keck raus, so nach dem Motto: „wenn’s Frühstück fertig ist, stehen wir auch auf!“ Jungs eben…. Da die Inkubationszeit von Kryptos ca. 14 Tage beträgt, haben wir noch ein paar bange Tage vor uns. Derzeit sind noch keine Durchfallspuren zu sehen, wir hoffen sehr, dass das auch so bleibt.

Wir haben aber auch noch letzte Bilder von ChokDi und Knuffel im Wohnzimmer, die wir nicht vorenthalten wollen, sie sind ein absolutes Dreamteam und hatten nur Unsinn im Kopf:

Unsere Kryptos:

Das alles zu beschreiben, was wir in den letzten 14 Tagen mit den 5 erlebt haben, wovon ja nur noch 3 leben, übersteigt diesen Block und tut uns auch noch sehr, sehr weh. Der Stress war enorm, den geliebten Tieren beim Sterben zuzusehen und völlig machtlos zu sein, das will man nicht „erfahren“. Im Endeffekt haben wir sie gestern in eine Pflegestelle gegeben – wir wollen in der kommenden Woche tatsächlich mal Urlaub machen, seit Anfang März – und der Behandlungsplan von Kryptos ist mindestens 21 Tage lang. Ob die drei „Benito, Meggie und Garfunkel“ es schaffen, steht in den Sternen, sie brauchen ganz viel Glück. Die Medikamente schlagen normalerweise recht gut an, aber die Tiere brauchen eine gewisse „Körpermasse“ und einen „Lebenswillen“, nach der Behandlung mit Antibiotika muss die Darmflora erst mal aufgebaut werden, auch das ist noch viel Arbeit und gelingt nicht immer. Wir danken Birgit, dass sie uns die drei abgenommen hat (sie durften aufgrund der Ansteckungsgefahr nur in einen Haushalt ohne Hörnchen) und sie wird uns bestimmt auf dem Laufenden halten. Macht’s gut ihr Drei, wir wünschen euch gute Besserung, drücken euch alle Daumen, dass ihr es schafft.

Und damit werden wir für dieses Jahr den Blog so langsam schließen. Klar gibt es noch Infos von ChokDi und Knuffel, wenn sie in die Freiheit gehen. Wir werden auch über unsere Vortragstätigkeiten, die ab Oktober starten, berichten, wahrscheinlich immer zum Wochenende hin. Ansonsten gilt jetzt für uns erst mal „durchschnaufen“, alle leergeräumten Vorräte und Utensilien nachbeschaffen (im Zuge des Kryptobefalls haben wir kiloweise Tücher, einen Laufstall und Transportboxen vorsichtshalber entsorgt).

Unsere Kalenderaktion ist gestartet, die ersten 60 Kalender sind bestellt und schon fast wieder weg. Wer Interesse an einem Kalender hat, bitte eine Mail an Post@aktion-eichhörnchen.de. Derzeit haben wir 3 verschiedene Kalender, alle mit verschiedenen Bildern:

==> A3 zu 14,90 €,

==> A4 zu 9,90 € und

==> Küchenkalender breit zu 9,99 €.

Sollte was anderes gewünscht werden, bitte auch da eine kurze Mail an uns. Wir geben die Kalender zum Einkaufspreis zzgl. Versandkosten ab. Wir „verdienen“ dabei nichts. Uns geht es nur darum, unsere fast 6.000 Bilder, von denen ca. 300 als Kalenderbilder verwendbar sind, zur Verfügung zu stellen, wäre schade, wenn sie nur bei uns auf der Festplatte rumdümpeln.

Und noch eine letzte Bitte: wer ein bisschen Zeit hat und Eichhörnchenpäppelstellen unterstützen möchte, kann dies tun, in dem er aktuell Baumnüsse, Bucheckern und Walnüsse sammelt. Gerade Baumnüsse sind häufig „Straßenbäume“. Die Pflegestellen freuen sich über jedes Kilo, die Preise von Wal- und Haselnüssen werden auch erheblich steigen. Bei den Baumnüssen nur immer die Nüsse sammeln, die außerhalb der Schale liegen. Die, die fest in der Schale sitzen bleiben, sind meist leer. Für Bucheckern braucht es natürlich sehr alte Buchen, meist in Stadtparks oder auf Friedhöfen. Aber nie alles absammeln, die Eichhörnchen vor Ort sollen genügend Material für Wintervorräte haben. Danke Euch!

09.09.2022

Trauer ohne Ende abzusehen …

Nach einer Tierärzteirrfahrt wissen wir, dass wir gegen Kryptosporidien kämpfen und wir verlieren die Kämpfe täglich. Heute mussten wir Mike von der TA über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Er hatte seit Tagen Schwierigkeiten mit dem Pipimachen, alle Mittelchen haben nicht geholfen, eine Punktion der Blase hilft nur kurzfristig und ist- wie im Fall von Volti – auch nicht immer erfolgreich. Wenige Stunden später geht Simon über die Regenbogenbrücke, ganz lautlos, völlig entkräftet. Das eingesetzte AB kam zu spät, wenn es denn überhaupt anschlägt. Es ist eine Situation, die wir so kaum mehr ertragen können. Wir sind fassungslos und unendlich traurig. Vor ein paar Tagen waren sie noch fit. Wir haben keine Ahnung wie es weitergeht. Maggie geht es auch sehr schlecht, sie wird wohl die Nächste sein. Vielleicht haben Benito und Garfunkel eine Chance …

07.09.2022

Saisonende

Das Saisonende hatten wir uns so mit Sicherheit nicht vorgestellt, es sind Tage/Wochen, die wir in der Art auch noch nie erlebt haben und auch eigentlich nicht mehr erleben wollen. Die ganzen Details können wir hier auch nicht mehr berichten, denn wenn es um die Hörnchen geht, dann fällt bei mangelnder Zeit immer als erstes der Blog weg, denn unsere Zeit soll der Rettung der Hörnchen dienen. Und ja, diverse WhatsApps/Mails blieben deshalb auch unbeantwortet, das tut uns leid, aber unser Tag hat leider auch nur 24 Stunden und wir sind mitunter „stehend k.o.“. Aber jetzt hören wir auf mit dem Jammern und berichten – oberflächlich, nicht ins Detail gehend:

Auswilderung

Im Auswilderungsgehege im Wildwald Vosswinkel sind zur Zeit noch Honey, Maverick, Penny, Phoenix, Bibi, Babsi und Lucky. Sie sind so unglaublich fit. Wenn wir morgens, vor unserer eigentlichen Arbeit, auftauchen, hängen sie an der Stirnseite des Geheges -mit Blick auf den Weg, von dem wir kommen – oder direkt an der Schleusentür. Sie spielen mit uns, lassen sich z.T. auch noch knuddeln, kneifen mal ganz ordentlich, die ein oder andere blutige Strieme gibt es für uns auch …teilweise leider schon stereo, sie wollen raus, sie dürfen raus, am Wochenende. Und wieder 7 Hörnchen, die sich in der Freiheit zurecht finden müssen, mit allen Wetterbedingungen, Feinden, die ihnen nachstellen und der Suche nach Futter und Unterkunft.
Bilder vom Auswilderungsgehege sind nach wie vor Mangelware. Durch das dichte Blätterdach kommt für die quirrligen Strategen einfach nicht genug Licht ins Gehege und mit Blitz arbeiten machen wir grundsätzlich nicht. Aber, an den ganz heißen Tagen hatten sie ein schattiges, kühles Plätzchen ….

Laufstall:

Im Laufstall sitzt derzeit Benito alleine, das werden wir wahrscheinlich morgen/heute (?) ändern. Er ist von unserem Krankenlager der Fitteste. Er tobt durch seinen Laufstall, frisst sehr gerne seinen Nussbrei und knabbert auch selbst an Nüssen oder Haferflocken, Milch nur, wenn er „muss“, sprich Medis enthält. Sein Gewicht ist exorbitant niedrig und wir hatten ihn schon oft nachts in den Laufstall zurückgesetzt, in der Vermutung, dass wir ihn am nächsten Morgen nicht mehr lebend antreffen. Nicht unser Benito, was für ein zäher Bursche. Halte durch Kleiner, dich zu verlieren, wäre für uns wieder eine Vollkatastrophe!

Balkontransportbox:

Hier sitzen Simon und Garfunkel. Sie haben ordentlich Durchfall, jede Fütterung ist mit einem „Sitzbad“ verbunden. Das lassen sie über sich ergehen, solange es davor oder danach was zwischen die so halb vorhandenen Zähnchen gibt.

Minibox:

In der Minibox sitzen Maggie und Mike. Mike ist der Supersonderproblemfall. Eine Hinterpfote steht nicht korrekt und wurde mit einem Verband fixiert. Natürlich auch Durchfall. Und daneben hörte er plötzlich auf Pipi zu machen, also wieder eine neue Baustelle und nachdem wir Volti daran verloren haben, sind wir entsprechend darauf vorbereitet. Aktuell ist Pipi wieder gut. Den Verband hat er sich selbst runtergezogen, morgen – ach nein, heute – hat er noch mal einen TA-Termin. Ausgang ungewiss.
Maggie ist super-dürre-klein. Sie trinkt aber aktuell sehr gut, hat den Durchfall augenscheinlich überstanden und ist sehr hungrig, was sie lautstark äußert.

Wohnzimmer:

Knuffel und ChokDi, unsere zwei Superstrategen. Bei Knuffel ist der Name Programm, unglaublich dieses Eichhörnchen und er macht uns wirklich sehr viel Spaß. Schläft nachts auf der noch nicht eingeschalteten Heizung mit Blick nach „draußen“ auf den Balkon. Kann kräftig zukneifen, lässt sich aber auch mal gerne knuddeln und bleibt für ein paar Minuten bei uns liegen. ChokDi hatte am Montag wieder einen TA-Termin. Die Schulter war nach wie vor exorbitant dick, die Abszesse platzen nur an der Außenseite der Schulter (im Bild 2 zu sehen) auf. Mit der TA zusammen wurden 2 weitere Abszesse an der Schulter geöffnet. Wahnsinn, was da und wieviel von dem „Schmodder“ da rauskam. Armer Chokdi! Das Ganze unter lokaler Anästhesie. ChokDi war so ein braver Bursche, unglaublich, was Wildtiere alles „ertragen“ können. Und hatten wir jetzt gedacht, dass er uns böse ist und meidet, nein, nicht ChokDi, er kommt im Wohnzimmer nach wie vor zum kuscheln, kneift sehr gerne in die Füße/Zehen (Aua!) und ist weit entfernt davon, sauer auf uns zu sein. Jetzt müssen die Wunden verheilen. Ab und zu benutzt er die Pfote schon, das wird noch ein paar Tage dauern, aber dann, dann dürfen Knuffel und ChokDi in den Wildwald wechseln. Die letzten Beiden, die über unsere Auswilderungsvoliere in den Wald dürfen. Es wird auch Zeit. Sie müssen sich Wintervorräte anschaffen, Winterkobel suchen/bauen.

… so, es ist 03:46 Uhr, der Beitrag geht gleich online und ich offline …

02.09.2022

Spiky

Spiky ist heute überraschend über die Regenbogenbrücke gegangen. Sie hatte gestern mit Durchfall angefangen, hat sich übergeben und wurde zusehens schwächer. Wir haben heute morgen noch mit Mediakementen von der TA versucht sie zu retten, alle Hilfe kam zu spät. Bei der TA wurde eine schwere Magen-Darm-Entzündung diagnostiziert. Wo sie herkam, ist für uns schleierhaft, denn sie war ja schon mehrere Wochen bei uns und sollte als Gesellschaftshörnchen für Volti dienen. Benito ist auch noch zu der Gruppe gestoßen. Allein diese Gruppe hat irgendwie kein Glück, denn auch Benito kämpft schon seit Tagen mit Durchfall, den wir nicht in den Griff bekommen. Endoparasiten sind nicht die Ursache.

Solche Verluste kurz hintereinander tun weh und man denkt tatsächlich ans aufhören und zwar für immer. Wir wissen, dass das Momente sind, in denen man an sich zweifelt, aber es ist so. Jetzt ist der kleine Benito alleine, aber wir werden eine Lösung finden. Zuerst muss der Durchfall behoben werden. Und unsere Spiky ist jetzt hoffentlich an dem schönsten Ort der Welt, den sie sich erträumt hat. Schade Spiky du warst eine super Eichkatze, wir hätten dir gerne viel Nachwuchs und vor allem Freiheit gegönnt.

31.08.2022

Volti

Wir haben heute, für uns völlig überraschend, unseren Volti verloren. Das ist leider mal wieder ein Ereignis, dass uns richtig Kraft kostet, wir glaubten er wäre auf einem guten Weg und haben mit so was nicht mehr gerechnet. Er hatte seit gestern Nacht Mühe Pipi zu machen. Das kommt schon mal vor, muss dann aber recht zügig wieder einsetzen. Heute morgen leider das gleiche Bild. Nachdem wir vom Wildwald wieder zurück kamen (wir haben 7 Hörnchen ins Gehege gebracht, siehe Blog morgen) merkten wir, dass Volti immer Urin absetzen wollte, aber nicht konnte. Die Blase war prall gefüllt, also ab zur TA. Sie hat versucht noch einen Katheder zu setzen, leider sind alle für so einen Ultraminiharnzapfen zu groß. Also blieb uns nur noch die Punktion der Blase übrig, um Volti erst mal Erleichterung zu verschaffen. Das hat sie dann auch getan, aber scheinbar war es schon zu spät oder die Blase einfach schon zu stark gefüllt, dass sie mit dem „Anpicksen“ geplatzt ist. Eine halbe Stunde später ist er in meiner Hand eingeschlafen. Das verzweifelte Quicken, die Ängste, die er hatte, gehen mir seit Stunden nicht aus dem Kopf und irgendwann hat man auch keine Tränen mehr …

Mach’s gut kleiner Volti, wir hätten dich so gerne im Wildwald gesehen. Du warst so ein großer Kämpfer!

30.08.2022

Hörnchen und kein Ende in Sicht …

Puh, die 3. Welle Hörnchen hat es wirklich in sich, abebben will sie mal so gar nicht. Die Notrufe werden weniger, die ankommenden Hörnchen gewaltiger im Sinne von Verletzungen, Pflegebedarf, Auswilderungsmöglichkeit etc. Aber der Reihe nach, was in den letzten 2 Tagen geschah:

Zu Kiga gesellte sich Feline. Sie ist von einem Ehepaar in Lüdinghausen gepäppelt worden, weil sie im heimischen Garten vom Baum gefallen ist, blutige Nase inklusive, die Mama hat sie -natürlich – nicht mehr zurückgeholt. Handzahm, superlieb, 8 Wochen alt, aber als Einzeltier gepäppelt, deshalb der Wunsch, sie in eine Gruppe zu bringen, auf jeden Fall eine richtige Entscheidung. Sie passte zu unserer Kiga, die wahrscheinlich auch als Einzeltier aufgezogen und dann einfach ausgesetzt wurde. Die Vergesellschaftung war spannend. Erst wollten sie nichts voneinander wissen, dann „käbbelten“ sie in Eichhörnchenmanier, nach einer Nacht waren sie ein Dreamteam und stellten das Arbeitszimmer auf den Kopf. Da eine Eingemeindung in unserer 9-fellige Wohnzimmergruppe, zu der sie altersmäßig gepasst hätten, aufgrund von Platzgründen unserer Auswilderungsvoliere einfach nicht mehr möglich war, sind die beiden in die Pflegestelle nach Ahlen zu Jasmin gegangen. Dort warten 2 gleichaltrige Eichhörnchen auf zusätzliche Gesellschaft. Die Übergabe erfolgte, da wir ja alle nicht viel Zeit und nicht immer jeder auf den Benzinkosten sitzen bleiben soll, in einer „Einwegtransportbox“ am Parkplatz in Hamm-Rhynern. Alles Gute ihr beiden, ihr seid dort super aufgehoben!

Am gleichen Tag erreichte uns ein Notruf aus Unna von einem Eichhörnchen auf einer Kellertreppe. Kurze „Begutachtung“ und direkt zur TA weitergefahren. Keine Chance mehr, das Tier sollte nicht weiter leiden und wurde in Richtung Regenbogenbrücke geschickt. Das tut so weh und die TA leidet förmlich mit uns, weil wir ihr immer nur verletzte Tiere oder Todeskandidaten bringen. Irgendwann kann und will man das wahrscheinlich auch nicht mehr sehen. Sie ist sehr, sehr hilfsbereit, verlangt uns dafür keine Gebühren, obwohl sie „dürfte“ und verlängert auch mal ihre Arbeitszeit für ein Notfallhörnchen.

Gestern abend gesellten sich dann noch 2 x 3-Wöchler in unsere Gemeinschaft. Beide ordentlich mit Blut behaftet, es war unklar, wer von den beiden welche Verletzung trägt. Nach einer umfassenden Reinigungsaktion, die natürlich von den Kleinen lautstark begleitet wurde, war klar: „Sie“ hat sehr viel mehr abbekommen als „Er“, z.T. tiefe Krater, die womöglich von Krähen stammen, einer auch kurz unter dem Auge, das aber ja noch geschlossen ist, vielleicht Glück gehabt. „Er“ allerdings hat ein lahmes Hinterbein, also wieder zur TA, die werden bald eine Drehtür für uns einbauen. Sie sind beide wieder zurück in die Station gekommen. Das Hinterbein ist nicht gebrochen, die Hüfte auch nicht, die Lahmheit kann aufgrund Mangelernährung und Dehydrierung erfolgt sein, hier heißt es schlichtweg mal wieder abwarten und hoffen. Da wir sie zu Simon und Garfunkel setzen wollen, mussten sie auch adäquate Namen erhalten: Mike und Maggie!

… links Maggie, rechts Mike …

Unsere beiden anderen Jüngsten „Simon & Garfunkel“ machen sich derzeit gut, die Schwellung an Vorderpfote/Oberarm bei Garfunkel ist normalfarbig, d.h. das Blut ist raus, allerdings immer noch geschwollen. Hier muss sich zeigen, wenn die Schwellung endlich weg ist, ob auch der Knochen oder das Gelenk was abbekommen hat, auch das ist noch nicht sicher. Beide trinken gut, nehmen schön zu.

Im Laufstall gibt es einen Problemfall mehr. Volti hat nach wie vor Koordinationsprobleme, mittlerweile kann er „laufen“, wenn auch etwas „ungelenk“, aber er übt gerne und ist häufig der Einzige von den Dreien, der im Zimmer, in dem der Laufstall steht, unterwegs ist. Spiky ist fit wie ein Turnschuh und Benito kämpft mit Dauerdurchfall, der aber nicht bakteriell bedingt ist. Wir vermuten, dass er irgendeinen Inhaltsstoff der Milch nicht verträgt. Wir haben ihn seit heute auf Babybrei „umgestellt“, der ist zwar nicht so nahrhaft, aber er wäre nicht das erste Hörnchen, das erst mal 1-2 Wochen Babybrei braucht und dann Zug um Zug an Milch gewöhnt wird.

Der Trubel im Wohnzimmer hat morgen ein Ende. 7 Hörnchen von 9 werden in die Auswilderungsvoliere umziehen. Und ja, natürlich müssen wir dafür „frei“ nehmen, das geht nicht mal eben so nebenbei. Vor allem sollen sie morgens umziehen, damit sie noch den ganzen Tag Zeit haben, das Gehege zu erkunden. Ist wie immer ein Abenteuer für uns, für die Hörnchen stressig, aber das ist hoffentlich ganz schnell vergessen. Zurück werden ChokDi und Knuffel bleiben. ChokDi braucht mit seiner geschwollenen Schulter noch Zeit und Knuffel hat auch noch Koordinationsprobleme und ist auch der Letzte, der zu der Gruppe hinzugekommen ist. Sie sollen noch ein bisschen Zeit bekommen und dann gemeinsam, als letzte Hörnchen 2022, in die Auswilderungsvoliere wechseln.

Lilly im Außengehege – zusammen mit ihrer Gefährtin Fuchsie – sind total klasse. Sie warten morgens schon auf dem „hängenden Querast“ und schauen, wo wir bleiben (mit Blick auf den Eingang vom Wildwald), denn es gibt natürlich ein Leckerlie, jeden Morgen. Für Lilly ein Stück Wassermelone und eine Pistazie -naja, manchmal auch zwei -, Fuchsie steht mehr auf Walnussfilets, die sie sofort abschleppt und von dannen zieht. Beide können auch gut nebeneinander sitzen und spachteln, es sieht nicht nach Rivalität aus. Warum auch, genug Schlafkobel, genug zu fressen und das Gehege ist schön groß. Wir sind wirklich erleichtert, dass Lilly so gut klarkommt und hoffen, dass sie uns noch lange erhalten bleiben wird. Bei ihrer Krankheitsgeschichte ist das allerdings nicht unbedingt zu erwarten.

Lilly & Fuchsie

Und was wir noch schuldig sind, sind Bilder vom Auszug von den „französischen Gebäckstückchen“, Hörnchen, Brioche, Croissant und Quarki. Quarki war der Erste, er wanderte auf meiner Schulter nach draußen, Hörnchen und Croissant folgten recht zügig, allein Brioche brauchte ein bisschen „drängelei“ unsererseits, fand aber dann auch den Weg über die Schleuse nach draußen. Macht es gut, passt auf Euch auf, lasst euch ab und zu sehen, es täte uns so gut. Hier die letzten Bilder

28.08.2022

im Auswilderungsgehege: Hörnchen, Brioche, Croissant, Quarki
im Wohnzimmer: Honey, Maverick, Penny, Phoenix, ChockDi, Lucky, Bibi, Babsi, Knuffel
im Laufstall: Kiga
in der Transportbox: Spiky, Volti, Benito
im Körbchen: Simon & Garfunkel

Die Story um „Kiga“

Kiga ist eine Eichkatze, die uns so manches Rätsel aufgibt, aber fangen wir von vorne an.

Am Freitag erreichte uns ein Notruf vom Ev. Familienzentrum Löwenzahn in Holzwickede: ein Eichhörnchen mit blutiger Nase (also schon keine Rückführung möglich) sitzt mitten in schaukelnden Kindern und bewegt sich nicht weg. Der erste Fangversuch fiel quasi in die Hecke, sie flüchtete, um dann aber wieder kurze Zeit später zurück zu kommen, wieder inmitten der Kinder. Der 2. Fangversuch der Erzieherinnen wickelte sie dann in ein dickes Handtuch und wir konnten sie abholen. So weit, so gut. Wir packten das Hörnchen aus und nahmen so unsere übliche Erstversorgung in Angriff. Mindestens 8 Wochen alt (Oberzähne waren schon 2mm lang), gut genährt (172g), die Nase war noch „frisch“ blutig. Sie wehrte sich kaum, sah uns eher mit sehr müden Augen an. Beim erfolglosen Auskämmen nach Flöhen und Zecken, schlief sie quasi immer ein. Das Hörnchen ist ein 8 Wochen altes Wildtier und lässt sich einfach so anpacken, durchkämmen, wiegen usw.?? Das war mehr als ungewöhnlich! Der gute Ernährungszustand, nicht ein Floh und nicht eine Zecke hat uns immer mehr stutzig werden lassen. Was war das für ein Hörnchen??? Im weiteren Verlauf des Abends entpuppte sie sich als sehr anhänglich, lies sich am Bauch und hinter den Ohren kraulen, wir konnten sie „stundenlang“ in der Babytasche in der Wohnung herumtragen. Der Versuch sie ins Badezimmer zu setzen, um dort ein „Gangbild“ sehen zu können, viel quasi auch weg, sie stürzte direkt auf uns zu, kuschelte sich in die Hand und blieb liegen, Augen zu. Urps … kein „wildes“ Tier. Unsere Vermutung, und das möchten wir betonen, dass es nur eine Vermutung ist, „Kiga“ ist eine Eichkatze, die vermutlich aufgepäppelt wurde, dann aber, ohne über ein Auswilderungsgehege einfach in die Freiheit gelassen wurde, weil sie vielleicht die ersten Schränke und Tapeten angenagt hat oder der nächste Urlaub nahte. Sie war mit Sicherheit auch ein Hörnchen, das im Käfig saß und nur ab und zu durch das Zimmer stromern durfte. In der Freiheit kam sie mangels Erfahrung nicht zurecht (sie klettert und springt für ihr Alter viel zu kurz und zu wenig), stürzte ab, konnte dabei aber mangels Erfahrung den Kopf nicht so hoch halten und fiel auf die Nase. Hilfe suchend klammerte sie sich an schaukelnde Kinder, offensichtlich waren die und der damit einhergehende Lärm ihr auch nicht unbekannt. So unsere Vermutung. Nur, jetzt haben wir Kiga, und nun?

Aktuell hat sie den Laufstall für sich alleine, sie braucht aber dringend Gesellschaft von Artgenossen. Wir beobachten sie noch ein paar Tage, dann entscheiden wir, wie es mit ihr weitergeht. Sie bekommt definitiv eine 2. Auswilderungschance, aber über ein Auswilderungsgehege und möglichst mit Artgenossen, an denen sie sich orientieren kann. Und nicht zu vergessen: alles nur dank des Einsatzes der Erzieherinnen vom Ev. Familienzentrum Löwenzahn, die hier nicht weggesehen und uns informiert haben. Klasse! Vielen Dank dafür!

So jetzt aber genug geschrieben über Kiga, hier ein paar Bilder:

Im Auswilderungsgehege sitzen nach wie vor Quarki, Hörnchen, Brioche und Croissant. Sie müssen und wollen raus. Als wir das am Samstag versuchen wollten, kam uns „Sauerländer Dauerregen“ in die Quere. Normalerweise macht Regen den Eichhörnchen nichts aus. Wenn wir aber davon ausgehen, dass die 4 Auswilderer die ersten Stunden durch die Bäume rauf und runter stromern, sich einen trockenen Schlafplatz für die Nacht und auch Futter suchen müssen, wollten wir ihnen den Dauerregen nicht antun, zumal für Sonntag besseres Wetter angesagt wurde. Also haben sie eine Verlängerung bekommen. Wir starten Sonntag einen neuen Versuch.

Der Auszug aus dem Wohnzimmer verschiebt sich damit natürlich auch. Außerdem wollen wir die Schlafkobel im Auswilderungsgehege auch immer mind. 24 Stunden desinfizieren und durchlüften, so dass erst gegen Mi/Do mit einem Umzug in die Auswilderungsvoliere zu rechnen ist. Wer tatsächlich „mitgehen“ darf, ist bis heute noch nicht entschieden. Gesetzt sind Honey und Team „TopGun“ mit Maverick, Penny und Phoenix. Möglicher weiterer Kandidat ist Lucky, der sich durch extreme Langeweile, die er an Beißereien an uns auslässt, auffällt. Leider kann sein Bruder ChokDi mit seinem geschwollenen Schultergelenk noch nicht mitziehen, er muss definitiv noch bleiben. Und schon wieder stehen wir vor einem Problem. Ist die Familienbande so stark, dass wir die Beiden nicht trennen sollten, oder wäre es besser, Lucky jetzt ziehen zu lassen, denn er hat defintiv eine Chance auf Auswilderung, bei ChokDi können wir es ja noch nicht mal abschätzen, wann und ob die Schulter abschwillt und ob nicht doch noch eine „Gehbehinderung“ zurück bleibt, so dass er vielleicht in ein Residentengehege oder noch schlimmer, eingeschläfert werden muss. Auch uns ist mit unserer Entscheidung ein Aufschub gewährt worden.

Ansonsten sind von der Wohnzimmerschicksalsgemeinschaft alle wohlauf, sie toben wie die Verrückten an der Kratztonne und durch das Wohnzimmer, die ein oder andere Tapete hängt in Fetzen runter – aber das sind wir ja schon gewohnt. Der einzige, der aus der Gruppe aktuell „rausschlägt“, ist Knuffel. Er ist ein knuffeliger Einzelgänger und ist antizyklisch unterwegs, d.h. wenn die Futternäpfe und das Wohnzimmer gegen 22 Uhr wieder auf normales Niveau gebracht wurden, kommt er aus seiner Schlafecke und plündert erst mal die Näpfe. Er beteiligt sich selten an den gemeinsamen Spielereien, ist aber trotzdem gleichzeitig unterwegs und spielt irgendwie mit sich selbst. Handzahm, ach nööö. Wir hatten schon mal so ein Hörnchen, genannt „Krick“, der war genauso. Deshalb ist es so spannend, die einzelnen Charaktere kennen zu lernen. Knuffel treibt uns immer wieder ein Lachen ins Gesicht und der Name ist hier Programm. Jetzt aber Bilder:

Zu Spiky und Volti hat sich noch Benito dazugesellt. Er wurde von Emsdetten zur Pflegestelle nach Hamm gebracht und fand dann den Weg zu uns, da Steffi in Hamm aktuell „kleine“ Hörnchen nicht in der Pflege hat und alle Hörnchen immer möglichst mit Gleichaltrigen untergebracht werden sollten. Benito ist ein ganz ruhiger Geselle, hat sich schnell angefreundet, trinkt fleißig, da haben wir nichts zu klagen. Volti dagegen ist immer noch ein kleiner Problemfall, er ist hyperaktiv, pfeifft uns dann auch mal nachts aus dem Schlaf, wenn er Hunger hat und trinkt nach wie vor „unsauber“. Sein Laufbild hinkt definitiv hinter seinem Alter hinterher, da ist noch einiges zu tun. Würde ja auch sonst langweilig hier …

Unsere zwei „NN“ Eichkater haben wir jetzt in Simon und Garfunkel umbenannt. Sie kommunizieren quasi permanent miteinander. Sie trinken fleißig, legen in gewohnten Maße an Gewicht zu, allein das Hämatom von Garfunkel haben wir noch mal von der TA begutachten lassen. Es ist alles noch sehr geschwollen, man kann noch nichts Abschließdendes sagen, auch hier heißt es mal wieder „hoffen und bangen“, wie bei ChokDi.

Tja und „meine“ Lilly macht sich super im Residentengehege. Wir sehen sie jeden Morgen, sie holt sich Leckerlies ab und geht ihre Wege durch das Residentengehege. Die Gemeinschaft mit Fuchsie scheint auch zu funktionieren, sie können im Abstand von 40cm locker ihre Leckerlies futtern. Ansonsten gehen sie sich eher aus dem Weg, es sind ja auch Einzelgänger, das ist völlig ok so. Also hier erst mal alles schön!


24.08.2022

Bange Tage, Stunden und Minuten …

Unsere zwei Problemhörnchen, Volti und ChokDi entwickelten sich irgendwie nicht mehr wirklich weiter, d.h. bei Beiden keine Besserung in Sicht. Zwar hat Volti jetzt gelernt Köttel zu werfen, aber seine motorischen Probleme sind dadurch nicht besser geworden. Die Schulter bei ChokDi schwillt nicht ab. Also haben wir uns am Wochenende entschieden, beide noch mal der TA vorzustellen. Wenn man so eine Entscheidung trifft, hat das immer so einen ungewissen Ausgang. Bekommen wir die beiden gar nicht mehr zurück, weil sie nicht wildbahnfähig sind und deshalb eingeschläfert werden müssen, schafft es einer, der andere nicht oder bekommen wir beide zurück. Das sind Gedanken, die einem die ganzen Stunden bis zu dem Termin beschäftigen. Tierhalter kennen das…

Wir hatten Glück, wir haben beide lebend zurück bekommen. ChokDi hat keinen Bruch etc., aber Schultergelenk abwärts ist alles geschwollen, auch die Krallen vorne sind schmerzempfindlich. Er kommt auf 3 Beinen super zurecht, deshalb braucht er jetzt alle Zeit der Welt um zu genesen. Die soll er bekommen. Bei Volti konnte auch kein orthopädischer Defekt entdeckt werden. Warum er immer zu einer Seite kippt, ist unklar, er stellt die Pfoten einfach falsch auf, zumal auch eine Pfote wesentlich „breiter“ als die andere ist. So was haben wir noch nie gesehen. Er bekommt jetzt von uns Physiotherapie und Krankengymnastik. Gleichzeitig haben wir ihm jetzt auch eine Gefährtin an die Seite gegeben. Sie heißt Spiky, kommt aus der Pflegestelle von Steffi in Hamm und brauchte auch einen gleichaltrigen Partner. Schauen wir mal, wie sie sich vertragen. Wichtig ist, dass beide davon profitieren. Wir werden berichten. Hier ein paar Bilder:

Und da wir quasi permanent an dem Blog schreiben, um ja nichts zu vergessen, kam von der Pflegestelle Steffi in Hamm jetzt noch Benito zu uns. Auch gerade 4 Wochen alt (das 2. Auge ist noch nicht ganz auf), darf erst mal in die einsame Quarantäne, dann aber zu Spiky und Volti. Bei Volti können wir schon ein paar Stunden später “ Verbesserungen“ feststellen, er scheint „laufen zu wollen“, das ist überhaupt das Beste. Wir arbeiten, wir üben …. unsere Freizeit ist völlig durchgeplant.

Benito

Einen weiteren Pflegefall von Steffi haben wir zur Einholung einer zweiten TA-Meinung auch mitgenommen: „Lino“. Leider war unsere TA ganz eindeutig der Meinung, keine Chance, das Röntgenbild hat es gezeigt, wir haben ihn über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Mach‘ es gut kleiner Lino!!! Es tut uns allen so leid, dass du nicht „erwachsen“ geworden bist.

Ein weiteres Hörnchen kam von der Grillostraße in Unna: kleine Eichkatze, ca. 8 Wochen, aber komplett blutige Nase. Blutige Nasen kennen wir eigentlich nur von kleinen Eichhörnchen, die abstürzen und noch nicht in der Lage sind, den Kopf und damit die Nase beim Aufprall vom Boden hoch zu halten. Bei einem 8 Wochen Hörnchen ist das ungewöhnlich. Also war sie einen Tag bei uns in der Station, hat sich voll gefuttert, Wasser geschlabbert und ist am nächsten Tag an Ort und Stelle wieder „ausgewildert“ worden. Mach’s gut Kleine!

Die restlichte Truppe im Wohnzimmer ist wohlauf, toben wie die Wilden, unser doppelter Kratztonnenturm ist der Hit. Einzig, dass sie uns mal ganz kräftig beißen, ist nicht ganz so schön, aber gerade wenn sie so übermütig sind, vor Lebensfreude und Lebenskraft sprühen, passiert das halt mal. Sie sind einfach „Full of Energy!“

Im Wildwald geht auch alles seinen Gang. Lilly hat sich im Residentengehege eingelebt. Wir sehen sie jeden Morgen, sie nimmt – noch – Leckerlies aus der Hand, aber wahrscheinlich nicht mehr lange, dann hat sie sich von uns entfremdet, das ist aber auch ok so. Wir sind nur froh, sie fast täglich sehen zu können. Toll, dass es so was wie Residentengehege gibt.

Unsere vier französischen Gebäckstückchen kommen allerspätestens am Wochenende in die Freiheit. Sie sind fast alle „stereo“, obwohl sie erst 1 1/2 Wochen im Auswilderungsgehege sind. Wir müssen nur immer ein bisschen auf die Wetterlage achten, bei 35 Grad sollen sie nicht gerade in die Freiheit.

20.08.2022

… Abschied …

Wir hatten uns entschieden Lilly am Donnerstag ein zweites Mal in Richtung Wildwald Vosswinkel, dann aber nicht in das Auswilderungsgehege, sondern in das Residentengehege, zu bringen. Sie ist definitiv nicht auswilderungsfähig – oder wie man auch sagt „wildbahnfähig“ – Alternative wäre nur einschläfern, aber dafür ist sie einfach zu fit und kann im Wildwald noch als Anschauungsobjekt dienen, wie so viele Tiere dort, die auch nicht ausgewildert werden können. Der Abschied ist vor allem mir – Steffi – sehr schwer fallen. Ich werde sie unendlich vermissen. Keine mehr, die mich morgens weckt, die mit ihren Krallen meine Haare kämmt, mir Pistazien in den Jackentaschen oder in den Haaren versteckt, mich freudig begrüßt und super gerne in die Küche ausbüxt, um nach dem Rechten zu sehen, dann auch mal den Weg nach oben ins Obergeschoss nimmt und dort die Räume „inspiziert“, sind die auch ordentlich geputzt etc., etc. Es gibt so viele Storys um Lilly, sie ist uns einfach ans Herz gewachsen, z.T. folgt sie schon wie ein Hund, aber nein, sie ist ein Wildtier, sie kann nicht in der Wohnung gehalten werden und sie wird sich hoffentlich mit der roten Eichkatze „Fuchsia“ im Residentengehege verstehen. Allein die Benutzung des Laufrades könnte ein Problem werden, denn beide, Fuchsia und Lilly, laufen ausgiebig im Laufrad. Wir werden mit Bildern berichten, hier meine letzten Bilder aus dem Wohnzimmer und die ersten aus dem Residentengehege.

„Lilly, halte dich tapfer, aber wir sehen uns ja in der nächsten Zeit fast täglich!“

Und ja, bezüglich Lilly bin ich Helicoptermama, dazu stehe ich!

Umzug der 9erGruppe ins Wohnzimmer …

Die Eingewöhnung war leider überhaupt nicht einfach, denn irgendwie hatten wir das Gefühl, dass die Erweiterung vom Laufstall auf 23m² Wohnzimmer zu schnell und zu viel war. Die ersten Tage kamen die Fellnasen kaum von den dargebotenen Kuscheltunneln, Fleecetunneln, Häuschen, Hängekobeln etc. herunter, das war ihnen wohl alles völlig suspekt. Erst seit gestern scheint sich die Scheu so ein bisschen aufzuheben und man stromert durch das Wohnzimmer, in Eichhörnchenmanier, Nase auf dem Boden und Vorschub … wir müssen abwarten und Geduld haben. Aber wieder was gelernt, da muss der Übergang „sanfter“ werden, quasi „Softrelease ins Wohnzimmer“.

Das Pipiproblem bei Maverick und ChokDi ist erledigt, sieht alles wieder gut aus, auch die Urinteststreifen sind in Ordnung, die ABs werden abgesetzt. Allein die Schulter von ChokDi bereitet uns Sorgen. Laut TA kann der Heilungsprozess 4-6 Wochen dauern, so lange können wir aber ChokDi nicht im Wohnzimmer halten. Urps, nächstes Problem, aber auch dafür werden wir eine Lösung finden. Aktuell hoppelt er auf 3 Beinen durchs Wohnzimmer, geht, aber natürlich nicht toll, aber er ist in der 9er-Gruppe mitten drin und das ist für den Heilungsprozess auch ausschlaggebend. Er will mitmachen, er soll mitmachen und er wird es tun, so wie es seine derzeitigen körperlichen Voraussetzungen erlauben. Ihn von der Gruppe zu trennen ist überhaupt keine Option, auch wenn Andere was Anders behaupten.

Nun zu unseren Superpfleglingen: Lara (ehemals NN) hat uns überraschend verlassen. Es schien alles gut, sie hat keine Anzeichen für Probleme angezeigt, lag aber morgens bei der Fütterung um 2.30 Uhr tot in ihrem Nest. Das ist bitter, vor allem, weil keine Anzeichen zu erkennen waren und man immer zweifelt, ob man was falsch oder etwas übersehen hat. Wir „sehen“ die Tiere allerdings immer nur von „außen“ und sie können uns nicht mitteilen, wo ev. Probleme sind. Undendlich traurig haben wir sie begraben.

Volti, vom Strommast, ist nach wie vor instabil, heißt, mittlerweile trinkt er gut, allein Köttel will er uns nicht schenken. Er war sowohl dehydriert als auch ausgehungert, wahrscheinlich wird er alles, was wir ihm derzeit geben, noch komplett im Körper verbauen. Wir müssen Geduld haben und hoffen. Sein Gewicht war erst stabil, dann ging es runter, jetzt wieder rauf. Man bangt mit, man fiebert mit, man hofft, man überlegt, was man noch tun kann. Er braucht ganz viel gedrückte Daumen.

Wildtierfotoshooting

Gestern hatte ich die Gelegenheit zu einem Fotoshooting mit Emma; sie ist eine Steinmarderdame, die mit der Hand von Anneli im Wildwald aufgezogen wurde und jetzt gaaannnnzzz langsam an die Freiheit gewöhnt wird. Bevor sie sich aber „von dem berühmten Acker macht“, wollten wir noch ein paar Fotos machen. Nach 20 Minuten waren einige Bilder geschossen, Emma ließ sich von mir als unbeteiligte Dritte kaum ablenken, die Geräusche der Kamera, wenn auch recht leise, für ihr Gehör aber mit Sicherheit hörbar, nicht ablenken. Hier eine kleine Auswahl der Bilder. Wildtiere, einfach nur schön, da braucht es keine Farbzüchtungen, Natur pur!

15.08.2022

in Freiheit unterwegs: Roxy, Leonie, Flocke, Medina, Dougi, Pinto, Mara, Tweety
im Auswilderungsgehege: Hörnchen, Brioche, Croissant, Quarki
im Wohnzimmer: Honey, Maverick, Penny, Phoenix, ChockDi, Lucky, Bibi, Babsi, Knuffel
im Körbchen: NN
in der Transportbox 1: Volti

Aufregendes Wochenende!

Wie die Überschrift schon sagt, ereignisreiches Wochenende. Am Samstag haben wir unsere erste 8erTruppe in die Freiheit des Wildwaldes Vosswinkel gelassen. Die ersten 6 Hörnchen waren kein Problem, Tweety und Mara brauchten ein bisschen länger, sie sind dann im Lauf des Tages irgendwann aus dem Gehege geflüchtet. Macht es alle gut, passt auf euch auf, ihr seid ein super Team gewesen. Wir sind gespannt, ob wir in den nächsten Tagen noch die ein oder andere Fellnase an den Außenfutterstationen sehen. Bilder gibt es davon keine, allerdings ein paar Videoschnipsel, die noch bearbeitet werden müssen.

Am Sonntag sind dann die „französischen Gebäckstückchen“ in den Wildwald gewandert. Dabei hat uns Croissant fast zur Verzweiflung gebracht, denn sie wollte sich mit nichts in eine Transportbox locken lassen. Erst als wir angefangen haben, das Wohnzimmer für die nächsten „grundzureinigen“, wurde ihr das zu trubbelig und sie verzog sich in den Holzkobel auf der Vitrine, der natürlich Absperrklappen hatte. Und schon waren wir ein 2. Mal mit einem Hörnchen zum Wildwald unterwegs.

Hier ein paar letzte Bilder aus dem Wohnzimmer von ihnen:

Hier die ersten Bilder aus dem Auswilderungsgehege:

Die Reinigung des Wohnzimmers geschah allerdings unter Aufsicht von Lilly. Sie wird in den nächsten Tagen ins Residentengehege wechseln. Wir wollten und konnten aber nicht alles auf einmal stemmen, zumal wir ja auch die ersten Minuten/Stunden dabei sein möchten, wenn die Hörnchen sich in ihre neue Umgebung einleben. Da Lilly absolut zutraulich ist und auch kaum „Unfug“ macht, geht das Reinigen mit ihr ohne Probleme, sie verzieht sich nicht in ihren Kobel sondern turnt dazwischen rum, schaut mal hier, schaut mal da, knabbert friedlich eine Nuss auf der gerade gereinigten Couch und geht dann auch mal am Absperrbrett vorbei in Richtung Küche. Bei ihr ist das kein Problem, sie kommt freiwillig – fast auf Zuruf – zurück. Hier ein paar Bilder von Lilly:

Am nachmittag wechselte dann der 9erTrupp vom Laufstall ins Wohnzimmer. Der Umzug natürlich problemlos, sie lassen sich noch in eine Transportbox packen und dann durch die Wohnung transportieren. Unsere 2 Pflegefälle bekommen jetzt Antibiotika, worauf sich zumindest das Pipiproblem bei Beiden (ChokDi und Maverick) erledigt hat. Die Schulter von ChokDi ist leider sehr stark angeschwollen, er kann die Pfote nicht benutzen und lernt gerade – ähnlich wie im letzten Jahr Polli – wie er sich auf 3 Beinden fortbewegen kann. Das wird leider noch dauern. Er tut uns sehr leid, denn er würde gerne mit den anderen mittoben, geht zwar, aber etwas langsamer. Bilder aus dem Wohnzimmer gibt es noch nicht, wir hatten alle Hände voll mit den Umzügen und dem Reinigen der Transportboxen und Kobel zu tun und auf die Waschmaschine warten heute auch noch mehrere Waschgänge. Aber ein paar schöne Bilder aus dem Laufstall und dem Kratzbaum haben wir dennoch:

Vor 2 Tagen kam wieder ein kleines, nacktes, blindes und taubes Eichkätzchen in unsere Station. Diese „Nackies“ sind bei den Pflegestellen nicht sehr beliebt, denn sie bedeuten einen Zeitaufwand und die Verlustquote ist leider sehr hoch. Nach anfänglichen Schwierigkeiten trinkt die Kleine, die bisher noch keinen Namen hat, recht gut, da muss man sehen, ob sie es schafft.

Gleichzeitig trudelte heute noch ein Eichkater, 3 Wochen, aus Unna-Königsborn vom S-Bahnhof ein. Die Mama hat tatsächlich einen Kobel in der Hochspannungsleitung gebaut (rechts am Stahlträger). Obwohl wir eine Rückführung versucht haben, da wir die Mutter oben haben sitzen sehen, kam sie nicht mehr herunter, um ihr Junges wieder mit in den Kobel zu nehmen. So haben wir den Kleinen jetzt aufgenommen und „Volti“ genannt. Es steht zu befürchten, dass da in den nächsten Tagen noch mehr „runterkommen“, zumal sich der Stahl bei den derzeitigen Temperaturen ordentlich aufheizen wird.