12.03.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 32 Wochen alt

Fast hätte für uns in dieser Woche die Hörnchensaison 22 begonnen: ein Viererwurf kam bei Renovierungsarbeiten an einer Klimaanlage runter, die Finder verhielten sich vorbildlich, sie sicherten zunächst die ca. 3-Wöchler und riefen dann bei einer ihnen bekannten Rettungsstation an, von dort kam der Ruf zu uns. Während wir noch das weitere Vorgehen besprachen, kam aber auch schon die tapfere Hörnchenmama und holte ihre vier Kleinen, eines nach dem anderen. Das ist für den Nachwuchs natürlich die beste Lösung, bei ihrer Mutter sind sie richtig…und wir halten uns bereit für den nächsten Notfall.
In dieser Woche konnten wir Schrebi morgens besuchen, sie macht uns nach wie vor viel Freude. Im Wildwald sind neue Gehegebewohner angekommen, 2 bedauernswerte Waldkäuze, die sicher noch viel support brauchen, sie sind entsprechend der Philosophie des WiWa draußen nicht überlebensfähig.


Bei unseren Besuchen haben wir zeitweise 3 „externe“ Hörnchen gesehen, also vermutlich unsere ausgewilderten aus dem letzten Jahr. Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, die alten Bekannten zu sehen und dabei auch zu beobachten, dass sie eine gute Distanz zu uns wahren, obwohl wir uns doch früher mal sehr nah waren.

05.03.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 31 Wochen alt

Nach dem Abschied von Eichkater#1 war die Stimmung erst einmal auf dem Nullpunkt, dann haben wir auch noch den einen oder anderen Eichkater von der Straße kratzen müssen, gestern morgen wieder…da tröstet dann auch die Sonne nicht so richtig.
So langsam müssen wir uns auch mit Schrebis Auswilderung beschäftigen, sobald das Wetter einigermaßen stabil ist und ein paar Blätter an den Bäumen hängen, wollen wir sie in den Wald lassen. Sie ist nach wie vor fit wie ein Turnschuh, hat sich in der letzten Woche aber doch eher selten außerhalb des Kobels bewegt, vielleicht hing das mit den Auf- und Umräumarbeiten im Wildwald zusammen – dort werden einige neue gefiederte Bewohner erwartet, da muss noch das eine oder andere Gehege hergerichtet werden, u.a. soll Buntfalke Goliath seinen Platz neben dem Eichhörnchengehege für zwei Käuzchen hergeben.


Zwei outdoor-Hörnchen konnten wir morgens am Auswilderungsgehege begrüssen, das eine kannte uns und kam ohne Scheu zur Futterbox, wer das aber jetzt war, können wir nicht zuordnen, schließlich haben wir im letzten Jahr mehr als 20 Hörnchen dort ausgewildert.

02.03.2022

Bei uns aktuell: Eichkater#1, m, adult
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 30 Wochen alt

Nachdem wir eine Woche gekämpft haben und wir schon Pläne für seine Rückführung in sein Revier gemacht hatten, hat uns unser Gast heute Morgen leider verlassen, er hat es nicht geschafft. Als er zu uns kam, hatte er grauenhaften Durchfall mit Blut, eine geschwollene Leber und Niere und war sehr schlecht zurecht. Nach Medigabe und „Zwangsernährung“ erholte er sich zusehends und wurde wehrhafter, zuletzt mussten wir ihn gar nicht mehr drangsalieren, seine Nierenwerte waren zwar noch nicht wirklich gut, aber schon besser, d.h. er hätte möglicherweise zum kommenden Wochenende wieder zurück gekonnt. Wir hatten ihn in Ruhe gelassen und mit der webcam beobachtet, er verhielt sich ganz normal, fraß, trank, putzte sich und interessierte sich für seine Umgebung, bewegte sich und zog sich zurück in den Schutz seines Kobels, wenn wir in seine Nähe kamen – alles gut. Bis heute Morgen…als wir ihn wieder ins Bad stellen wollten, war kaum noch Leben in ihm, die Ballen weiß, er eingerollt, flach atmend.

Uns war gestern aufgefallen, dass er viele Pausen brauchte, in denen er die Nase auf dem Boden abstützte, dann ging es aber wieder weiter. Möglicherweise war bei ihm innerlich vielleicht doch mehr betroffen, als wir wussten, wir hatten allerdings auch vermutet, dass er mit ein wenig Erholung doch wieder zu Kräften kommen würde.
Erwachsene Hörnchen lassen sich nach unserer Erfahrung erst helfen, wenn es schon zu spät ist, vorher verhindert das Wildtier in ihnen die Annäherung an den Menschen. Meistens gehen sie dann auch innerhalb von wenigen Stunden, dieses Mal allerdings hatten wir gute Hoffnung, dass der Bube durchkommen würde. Schade, er war uns richtig ans Herz gewachsen.

26.02.2022

Bei uns aktuell: Eichkater#1, m, adult
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 30 Wochen alt

Erstes Notfallhörnchen diese Woche: zu uns kommt ein ausgewachsener Eichkater, der zusammengerollt bei seinen Findern vor der Terrassentür lag und sich widerstandslos aufnehmen ließ. Der Bube ist eigentlich in guter Verfassung, allerdings ist er eine rechte Flohherberge und hat grauenhaften Durchfall, übelriechend, schmierig, zum Teil auch blutig. Trotzdem ist er agil, und wenn man ihn aufnehmen und behandeln oder füttern will, beißt er gern und kräftig. Da ist ein Tierarztbesuch angesagt. Erwachsene Hörnchen stellen uns immer wieder vor ganz besondere Herausforderungen, denn sobald es ihnen etwas besser geht, entwickeln sie dynamische Fluchttendenzen.
Schrebi ließ sich am Mittwoch leider von der Sonne kaum locken, als wir mittags dort waren, hatte sie sich schon zurückgezogen, allerdings kreist im Wildwald Voßwinkel nach den 3 Sturmtagen- und nächten die Kettensäge, da hats schon einigen Schaden gegeben. Der Wald ist auch derzeit aus Sicherheitsgründen für Besucher geschlossen.

Kurzes update zu Eichkater#1 (so hat die TÄ ihn getauft): Niere und Leber sind geschwollen, er blutet aus dem After, der schlimme Durchfall rührt nicht von Parasiten her, vermutlich eine Vergiftung, evtl. mit Rattengift. Scheinbar aber hat er nicht so viel davon abbekommen, dass die weitere Behandlung aussichtslos ist, er wiegt zwar nur 198 g, ist aber relativ fit. Wir behandeln ihn nach Vorgabe und flößen ihm reichlich Flüssigkeit ein, er hat nun schon drei Nächte bei uns überlebt, mittlerweile ist sein Stuhl nicht mehr blutig, aber immer noch flüssig. Wir wollen Geduld bewahren und ihn idealerweise wieder an seinen Fundort zurück bringen, wenn er sich berappelt, und gar so schlecht sieht es im Moment nicht aus.

Kurz bevor dieser Beitrag online ging, war sein Fell um den After erstmals trocken und nicht kotverschmiert, Eichkater#1 wird wehrhafter, die Schwellung der Organe scheint zurück zu gehen, Flöhe und Läuse haben sich wohl getrollt, allerdings sind seine Nierenwerte lt. Urinteststreifen nach wie vor nicht gut.

Irgendwie mutet es im Moment völlig unwirklich an, dass wir um das Leben dieses hilflosen und vermutlich sonst dem Tod geweihten Geschöpfes kämpfen, während gerade in der Ukraine Menschen getötet werden – wir sind fassungslos.

19.02.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 29 Wochen alt

Traurige Nachricht in dieser Woche: Torkeline lag am Donnerstag tot im Residentengehege, wir konnten schon vorher beobachten, dass sich ihr Zustand verschlechtert und hatten zusammen mit dem WiWa überlegt, sie in einen (grossen) Käfig umzusiedeln, damit wir sie gezielter betreuen können. Leider zu spät.
Schrebi gehts nach wie vor prima, wenn wir sie bis mittags besuchen ist sie in Spiellaune, danach gibts nur die pelzige Nase zusehen. Tolle Nachrichten gibts auch von unserem fast blinden ehemaligen Sorgenhörnchen Puschel, für den wir den besten Residentenplatz, den es vermutlich für Hörnchen gibt, in Erkelenz gefunden haben. Er macht sich prima, findet sich in „seinem“ Gehege bestens zurecht und wird fürsorglich betreut.

Ansonsten herrscht gespannte Ruhe vor der neuen Saison, beim Eichhörnchenschutz sind schon die ersten Winzlinge eingetroffen. Wir haben noch ein schönes Video zum Thema „Bau eines Hörnchenkobels“ gefunden, die Ausführungen des „Bauherrn“ sind fundiert und seine Häuser klasse.

12.02.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 28 Wochen alt

Große Überraschung am Wochenende, als wir wieder früh morgens in den WiWa fahren konnten: schon auf dem Weg vom Residenten- zum Auswilderungsgehege kam uns ein „wildes“ Hörnchen entgegen und wartete ohne Scheu, bis wir die Leckerlibox ausgepackt hatten…da hat sich wohl jemand an den Sommer oder an uns erinnert, vielleicht war das Henni, für Polli war die Nase nicht weiß genug. Nach einem ausgiebigen Frühstück trollte sich unser Kostgänger und wir konnten Schrebi bespaßen.

An den Futterstationen sahen wir noch mehr Hörnchen, das hat uns mal wieder so richtig Freude bereitet.

Von Torkeline im Residentengehege gibts nicht viel Neues, sie hat nach wie vor Probleme, scheint aber nicht zu leiden; sie verteidigt ihre Position im Gehege mit lautem Fauchen, kommt also klar, nimmt nach wie vor gern unsere Sonderrationen mit diversen Medis an, aber ein normales fittes Hörnchen ist sie immer noch nicht und bleibt unter Beobachtung. Eine ihrer Mitbewohnerinnen polstert ihren Kobel intensiv mit Moos aus, sie wird doch wohl nicht…?

Ansonsten ist halt noch Winter. Hier noch einige Impressionen aus dem Wildwald:

05.02.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 27 Wochen alt

Leider mussten wir wieder einen tollen, stattlichen Eichkater von der Straße kratzen und begraben, außerdem erlebten wir übers Handy mit, wie eine Eichkatze in Unna-Massen, die bis dahin 2 Jahre lang die Terrasse einer Familie besucht und sich dort verpflegt hatte, es nicht geschafft hat. Sehr traurig, Momente, die man nicht braucht und die wohl doch zum Leben dazu gehören.
Das schlechte Wetter diese Woche hat uns nur zwei pelzige Nasen an der Kobelöffnung beschert, Torkeline und Schrebi ließen sich zwar mit Leckerlis locken, aber herausgekommen sind sie nachmittags nicht. Auch externe Hörnchen waren nicht zu sehen (Samstag und Sonntag war das noch anders, davon gibts ja ein Video).


Dafür beschäftigen wir uns mit der deutschen Bürokratie – neben der Steuererklärung, Tätigkeitsnachweisen (wegen der Gemeinnützigkeit) nun auch mit einem Transparenzregister, von dessen Existenz wir bisher nichts wussten, und wo wir plötzlich eine Gebührenbefreiung beantragen müssen ähnlich wie bei der GEZ.

29.01.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 26 Wochen alt

In dieser Woche waren wir zu unterschiedlichen Tageszeiten im WiWa, dort herrscht bereits morgens um 7 Uhr, wenn es noch zappenduster ist, reges tierisches Treiben. Selbst Torkeline ist im Gehege unterwegs und Schrebi putzmunter und spielbereit, auch externe Hörnchen suchen Futter. Dazu kommt eine besondere Stimmung, die auch kaum durch den beginnenden Arbeitsbetrieb gestört wird.
Die Saison hat für uns noch nicht wirklich begonnen, erst einige wenige Anrufe und Anfragen per email, es ist ja auch noch früh. Hier die Schrebifotos aus dieser Woche:

22.01.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 25 Wochen alt

Torkeline geht es jetzt etwas besser, sie wackelt nicht mehr mit dem Kopf, schiebt die linke Schulter nicht mehr vor, ist aktiver, aber noch lange kein Eichhörnchen, Umfaller passieren und sie fällt auch schon mal herunter bei Kletteraktionen. Wir beobachten sie weiter.


Schrebi ist nach wie vor superfit, am letzten Wochenende konnten wir sie bespassen und haben gleichzeitig draußen an der hinteren Futterstation 5(!) Hörnchen beobachten können, da ist also noch richtig Trubel im Wald.


Wir sind ja schon ziemlich hörnchenverrückt unterwegs, aber es gibt Leute, die mindestens genau so schräg sind 🙂 , wir haben hier mal ein Youtubevideo verlinkt von einem Hörnchenfreund, mit dem wir Mailkontakt hatten. Toll.

Wir freuen uns über eine großzügige Geldspende aus Frankfurt, die nach einem Mailaustausch zur Situation von dortigen Eichhörnchen eintraf, und über verschiedene Nussspenden aus Dortmund und Unna, die uns oder besser den Eichhörnchen ganz sicher helfen. Vielen Dank an die Spender für jeden Euro und jede Nuß.

15.01.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 24 Wochen alt

Torkeline, sie ist ein Mädchen, geht es etwas besser, aber noch nicht wirklich gut. Sie wackelt nicht mehr so sehr mit dem Kopf, sie bewegt den Schwanz, aber sie ist meilenweit vom Verhalten eines „normalen“ Hörnchens entfernt. Trotzdem freuen wir uns über die Zeichen, sie muss ja auch nicht in den Wald, sondern nur so fit werden, dass sie im Residentengehege überlebt. Am letzten Wochenende ließ sie sich gern füttern und betüddeln, dabei konnten wir sie auch genauer untersuchen und befühlen, äußere Anzeichen für die Ursache ihrer Probleme gibts nicht.

Schrebi ist nach wie vor fit und wohlauf, mal aktiver, mal eher winterschläfrig. Ein tolles und bildhübsches Hörnchen. Die neue Regenrinne in ihrem Kobel entfremdet sie als Getränkespender für frisches Regenwasser, dafür liefert sie eine akrobatische Höchstleistung ab.

Wir haben einige Schrebifotos machen können diese Woche, dieses Mal gibts also mehr Hörnchenbilder. Apropos – wir haben das Bildformat geändert und sparen damit eine Menge Platz auf dem Host; wenn es Probleme mit dem Betrachten gibt, bitten wir um eine email an post@aktion-eichhoernchen.de.


Außerdem haben wir unsere Videos bei Vimeo wieder sichtbar gemacht, die konnten eine Zeitlang nur mit Vimeo-Anmeldung angesehen werden, jetzt gehts wieder ohne. Die Links liegen hier.

Die Vorbereitungen für die 22er Saison sind soweit fast abgeschlossen, es gibt auch schon Stationen, die 3-Wöchler oder sogar Neugeborene aufnehmen mussten.