02.03.2022

Bei uns aktuell: Eichkater#1, m, adult
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 30 Wochen alt

Nachdem wir eine Woche gekämpft haben und wir schon Pläne für seine Rückführung in sein Revier gemacht hatten, hat uns unser Gast heute Morgen leider verlassen, er hat es nicht geschafft. Als er zu uns kam, hatte er grauenhaften Durchfall mit Blut, eine geschwollene Leber und Niere und war sehr schlecht zurecht. Nach Medigabe und „Zwangsernährung“ erholte er sich zusehends und wurde wehrhafter, zuletzt mussten wir ihn gar nicht mehr drangsalieren, seine Nierenwerte waren zwar noch nicht wirklich gut, aber schon besser, d.h. er hätte möglicherweise zum kommenden Wochenende wieder zurück gekonnt. Wir hatten ihn in Ruhe gelassen und mit der webcam beobachtet, er verhielt sich ganz normal, fraß, trank, putzte sich und interessierte sich für seine Umgebung, bewegte sich und zog sich zurück in den Schutz seines Kobels, wenn wir in seine Nähe kamen – alles gut. Bis heute Morgen…als wir ihn wieder ins Bad stellen wollten, war kaum noch Leben in ihm, die Ballen weiß, er eingerollt, flach atmend.

Uns war gestern aufgefallen, dass er viele Pausen brauchte, in denen er die Nase auf dem Boden abstützte, dann ging es aber wieder weiter. Möglicherweise war bei ihm innerlich vielleicht doch mehr betroffen, als wir wussten, wir hatten allerdings auch vermutet, dass er mit ein wenig Erholung doch wieder zu Kräften kommen würde.
Erwachsene Hörnchen lassen sich nach unserer Erfahrung erst helfen, wenn es schon zu spät ist, vorher verhindert das Wildtier in ihnen die Annäherung an den Menschen. Meistens gehen sie dann auch innerhalb von wenigen Stunden, dieses Mal allerdings hatten wir gute Hoffnung, dass der Bube durchkommen würde. Schade, er war uns richtig ans Herz gewachsen.

26.02.2022

Bei uns aktuell: Eichkater#1, m, adult
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 30 Wochen alt

Erstes Notfallhörnchen diese Woche: zu uns kommt ein ausgewachsener Eichkater, der zusammengerollt bei seinen Findern vor der Terrassentür lag und sich widerstandslos aufnehmen ließ. Der Bube ist eigentlich in guter Verfassung, allerdings ist er eine rechte Flohherberge und hat grauenhaften Durchfall, übelriechend, schmierig, zum Teil auch blutig. Trotzdem ist er agil, und wenn man ihn aufnehmen und behandeln oder füttern will, beißt er gern und kräftig. Da ist ein Tierarztbesuch angesagt. Erwachsene Hörnchen stellen uns immer wieder vor ganz besondere Herausforderungen, denn sobald es ihnen etwas besser geht, entwickeln sie dynamische Fluchttendenzen.
Schrebi ließ sich am Mittwoch leider von der Sonne kaum locken, als wir mittags dort waren, hatte sie sich schon zurückgezogen, allerdings kreist im Wildwald Voßwinkel nach den 3 Sturmtagen- und nächten die Kettensäge, da hats schon einigen Schaden gegeben. Der Wald ist auch derzeit aus Sicherheitsgründen für Besucher geschlossen.

Kurzes update zu Eichkater#1 (so hat die TÄ ihn getauft): Niere und Leber sind geschwollen, er blutet aus dem After, der schlimme Durchfall rührt nicht von Parasiten her, vermutlich eine Vergiftung, evtl. mit Rattengift. Scheinbar aber hat er nicht so viel davon abbekommen, dass die weitere Behandlung aussichtslos ist, er wiegt zwar nur 198 g, ist aber relativ fit. Wir behandeln ihn nach Vorgabe und flößen ihm reichlich Flüssigkeit ein, er hat nun schon drei Nächte bei uns überlebt, mittlerweile ist sein Stuhl nicht mehr blutig, aber immer noch flüssig. Wir wollen Geduld bewahren und ihn idealerweise wieder an seinen Fundort zurück bringen, wenn er sich berappelt, und gar so schlecht sieht es im Moment nicht aus.

Kurz bevor dieser Beitrag online ging, war sein Fell um den After erstmals trocken und nicht kotverschmiert, Eichkater#1 wird wehrhafter, die Schwellung der Organe scheint zurück zu gehen, Flöhe und Läuse haben sich wohl getrollt, allerdings sind seine Nierenwerte lt. Urinteststreifen nach wie vor nicht gut.

Irgendwie mutet es im Moment völlig unwirklich an, dass wir um das Leben dieses hilflosen und vermutlich sonst dem Tod geweihten Geschöpfes kämpfen, während gerade in der Ukraine Menschen getötet werden – wir sind fassungslos.

19.02.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 29 Wochen alt

Traurige Nachricht in dieser Woche: Torkeline lag am Donnerstag tot im Residentengehege, wir konnten schon vorher beobachten, dass sich ihr Zustand verschlechtert und hatten zusammen mit dem WiWa überlegt, sie in einen (grossen) Käfig umzusiedeln, damit wir sie gezielter betreuen können. Leider zu spät.
Schrebi gehts nach wie vor prima, wenn wir sie bis mittags besuchen ist sie in Spiellaune, danach gibts nur die pelzige Nase zusehen. Tolle Nachrichten gibts auch von unserem fast blinden ehemaligen Sorgenhörnchen Puschel, für den wir den besten Residentenplatz, den es vermutlich für Hörnchen gibt, in Erkelenz gefunden haben. Er macht sich prima, findet sich in „seinem“ Gehege bestens zurecht und wird fürsorglich betreut.

Ansonsten herrscht gespannte Ruhe vor der neuen Saison, beim Eichhörnchenschutz sind schon die ersten Winzlinge eingetroffen. Wir haben noch ein schönes Video zum Thema „Bau eines Hörnchenkobels“ gefunden, die Ausführungen des „Bauherrn“ sind fundiert und seine Häuser klasse.

12.02.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 28 Wochen alt

Große Überraschung am Wochenende, als wir wieder früh morgens in den WiWa fahren konnten: schon auf dem Weg vom Residenten- zum Auswilderungsgehege kam uns ein „wildes“ Hörnchen entgegen und wartete ohne Scheu, bis wir die Leckerlibox ausgepackt hatten…da hat sich wohl jemand an den Sommer oder an uns erinnert, vielleicht war das Henni, für Polli war die Nase nicht weiß genug. Nach einem ausgiebigen Frühstück trollte sich unser Kostgänger und wir konnten Schrebi bespaßen.

An den Futterstationen sahen wir noch mehr Hörnchen, das hat uns mal wieder so richtig Freude bereitet.

Von Torkeline im Residentengehege gibts nicht viel Neues, sie hat nach wie vor Probleme, scheint aber nicht zu leiden; sie verteidigt ihre Position im Gehege mit lautem Fauchen, kommt also klar, nimmt nach wie vor gern unsere Sonderrationen mit diversen Medis an, aber ein normales fittes Hörnchen ist sie immer noch nicht und bleibt unter Beobachtung. Eine ihrer Mitbewohnerinnen polstert ihren Kobel intensiv mit Moos aus, sie wird doch wohl nicht…?

Ansonsten ist halt noch Winter. Hier noch einige Impressionen aus dem Wildwald:

05.02.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 27 Wochen alt

Leider mussten wir wieder einen tollen, stattlichen Eichkater von der Straße kratzen und begraben, außerdem erlebten wir übers Handy mit, wie eine Eichkatze in Unna-Massen, die bis dahin 2 Jahre lang die Terrasse einer Familie besucht und sich dort verpflegt hatte, es nicht geschafft hat. Sehr traurig, Momente, die man nicht braucht und die wohl doch zum Leben dazu gehören.
Das schlechte Wetter diese Woche hat uns nur zwei pelzige Nasen an der Kobelöffnung beschert, Torkeline und Schrebi ließen sich zwar mit Leckerlis locken, aber herausgekommen sind sie nachmittags nicht. Auch externe Hörnchen waren nicht zu sehen (Samstag und Sonntag war das noch anders, davon gibts ja ein Video).


Dafür beschäftigen wir uns mit der deutschen Bürokratie – neben der Steuererklärung, Tätigkeitsnachweisen (wegen der Gemeinnützigkeit) nun auch mit einem Transparenzregister, von dessen Existenz wir bisher nichts wussten, und wo wir plötzlich eine Gebührenbefreiung beantragen müssen ähnlich wie bei der GEZ.

29.01.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 26 Wochen alt

In dieser Woche waren wir zu unterschiedlichen Tageszeiten im WiWa, dort herrscht bereits morgens um 7 Uhr, wenn es noch zappenduster ist, reges tierisches Treiben. Selbst Torkeline ist im Gehege unterwegs und Schrebi putzmunter und spielbereit, auch externe Hörnchen suchen Futter. Dazu kommt eine besondere Stimmung, die auch kaum durch den beginnenden Arbeitsbetrieb gestört wird.
Die Saison hat für uns noch nicht wirklich begonnen, erst einige wenige Anrufe und Anfragen per email, es ist ja auch noch früh. Hier die Schrebifotos aus dieser Woche:

22.01.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 25 Wochen alt

Torkeline geht es jetzt etwas besser, sie wackelt nicht mehr mit dem Kopf, schiebt die linke Schulter nicht mehr vor, ist aktiver, aber noch lange kein Eichhörnchen, Umfaller passieren und sie fällt auch schon mal herunter bei Kletteraktionen. Wir beobachten sie weiter.


Schrebi ist nach wie vor superfit, am letzten Wochenende konnten wir sie bespassen und haben gleichzeitig draußen an der hinteren Futterstation 5(!) Hörnchen beobachten können, da ist also noch richtig Trubel im Wald.


Wir sind ja schon ziemlich hörnchenverrückt unterwegs, aber es gibt Leute, die mindestens genau so schräg sind 🙂 , wir haben hier mal ein Youtubevideo verlinkt von einem Hörnchenfreund, mit dem wir Mailkontakt hatten. Toll.

Wir freuen uns über eine großzügige Geldspende aus Frankfurt, die nach einem Mailaustausch zur Situation von dortigen Eichhörnchen eintraf, und über verschiedene Nussspenden aus Dortmund und Unna, die uns oder besser den Eichhörnchen ganz sicher helfen. Vielen Dank an die Spender für jeden Euro und jede Nuß.

15.01.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 24 Wochen alt

Torkeline, sie ist ein Mädchen, geht es etwas besser, aber noch nicht wirklich gut. Sie wackelt nicht mehr so sehr mit dem Kopf, sie bewegt den Schwanz, aber sie ist meilenweit vom Verhalten eines „normalen“ Hörnchens entfernt. Trotzdem freuen wir uns über die Zeichen, sie muss ja auch nicht in den Wald, sondern nur so fit werden, dass sie im Residentengehege überlebt. Am letzten Wochenende ließ sie sich gern füttern und betüddeln, dabei konnten wir sie auch genauer untersuchen und befühlen, äußere Anzeichen für die Ursache ihrer Probleme gibts nicht.

Schrebi ist nach wie vor fit und wohlauf, mal aktiver, mal eher winterschläfrig. Ein tolles und bildhübsches Hörnchen. Die neue Regenrinne in ihrem Kobel entfremdet sie als Getränkespender für frisches Regenwasser, dafür liefert sie eine akrobatische Höchstleistung ab.

Wir haben einige Schrebifotos machen können diese Woche, dieses Mal gibts also mehr Hörnchenbilder. Apropos – wir haben das Bildformat geändert und sparen damit eine Menge Platz auf dem Host; wenn es Probleme mit dem Betrachten gibt, bitten wir um eine email an post@aktion-eichhoernchen.de.


Außerdem haben wir unsere Videos bei Vimeo wieder sichtbar gemacht, die konnten eine Zeitlang nur mit Vimeo-Anmeldung angesehen werden, jetzt gehts wieder ohne. Die Links liegen hier.

Die Vorbereitungen für die 22er Saison sind soweit fast abgeschlossen, es gibt auch schon Stationen, die 3-Wöchler oder sogar Neugeborene aufnehmen mussten.

08.01.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 23 Wochen alt

Alle Hörnchenstationen melden, dass sie Hörnchen im Paarungslauf gesichtet haben (Frau Eichhorn stellt ihre männlichen Bewerber auf die Probe, in dem sie ein Wettrennen veranstaltet, wer sich gut anstellt, ist ein guter Genspender), d.h. die Saison 22 wird gerade im Wald und in den Siedlungen vorbereitet, die Damen dürften bereits trächtig sein. Einige wenige Unfallopfer hat es noch gegeben (nicht bei uns, zum Glück), im Wildwald herrscht nach wie vor (Winter-)Ruhe. Torkeli, unser Sorgenhörnchen aus dem Residentengehege, zeigt keine Besserung, er hält nach wie vor den Kopf schief und schiebt die eine Schulter vor beim gehen, vermutlich wird das nix. Schrebi zeigt sich nachmittags gar nicht mehr, wir haben aber gehört, dass sie morgens viel unterwegs ist; wenn wir sie besuchen, nimmt sie allenfalls noch ein Leckerli am Kobeleingang.

Hier bei uns wird gerade Bettwäsche zu „Transportboxeninlays“ und Seilen verarbeitet, die Nähmaschine rattert. Das Wohnzimmer ist mittlerweile wieder aufnahmebereit für Puschelohren, die Löcher in der Tapete sind geflickt, Farbe verteilt und die abgefallenen Schutzbretter über der Fußleiste wieder angeklebt.

Im Auswilderungsgehege (ja, im Innenraum) haben wir eine Dachrinne angebracht, weil uns das Regenwasser immer in den Kragen oder hinter die Brille getropft ist, wenn wir Schrebi bei miesem Wetter besucht haben.

Im Netz ist zur Zeit viel über Igel zu lesen, besonders weil die Tiere, die schon im Winterschlaf lagen, den wegen der warmen Temperaturen um den Jahreswechsel wieder unterbrochen haben. Das ist nicht hilfreich, weil sie natürlich tüchtig Energie verbrauchen, die man ihnen dann wieder zuführen muss, was bei Igeln wohl eine anspruchsvolle und teure Aufgabe ist.
Der Verein hat noch einmal tolle Spenden bekommen, vielen vielen Dank an Monika, Dagmar und Armin, Ilona, Claudia und Sandra, die Hilfsbereitschaft ist überwältigend, natürlich geht jeder cent an die Hörnchen…wir berichten dann.

01.01.2022

Bei uns aktuell: niemand
Im Außengehege: Schrebi, w, ca. 22 Wochen alt

Frohes Neues Jahr wünschen Schrebi und der Aktion Eichhörnchen e.V. 🙂 , Glück und Gesundheit auf allen Wegen.

Schrebi ist fit und munter, heute können wir eine Menge Fotos zeigen, wir haben den einen oder anderen sonnigen Tag genutzt und Schrebi hat prima mitgemacht. Externe Hörnchen sehen wir im Moment eher nicht, auf unserem Balkon hat sich ohnehin schon seit längerem keines mehr gezeigt, vermutlich sind alle derzeit morgens unterwegs und ruhen den Rest des Tages im Kobel, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen.

Auf den Schrebifotos kann man nun ganz leicht ihr silbriges Winterfell erkennen, ihren Weihnachtsbaum hat sie auch prima angenommen und holt sich die Leckerlis von dort, das Laufrad ignoriert sie nach wie vor total, dafür sind die Seile ihr bevorzugtes Tobe-Kletter-Objekt. Vielleicht sollten wir vor ihrer Auswilderung im Wildwald Seile spannen?

Viel Spaß mit den Fotos, es folgt noch ein Video…

Im Residentengehege gibt uns ein Hörnchen nach wie vor Rätsel auf, das scheinbar neurologische Ausfälle hat; wir päppeln es mit Nusskernen, weil es die Schale von Wal- und Haselnüssen nicht aufbekommt. Es kommt mittlerweile schon aus seinem Kobel, wenn es unsere Stimmen hört. Schaun wir mal, was so geht, leiden soll es auf jeden Fall nicht!

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz besonders bei Verena für Bettwäsche (daraus flicht Steffi Seile für die Hörnchen) und eine Geldspende, auch aus Belgien (!) haben wir eine tolle Spende bekommen – dem Verein gehts im Moment finanziell gut, natürlich kommt jeder Euro und jeder Cent bei den Hörnchen an, wir haben z.B. gerade aktuell unsere Hörnchenapotheke vor der neuen Saison frisch bestückt, da half auch ein Rabatt der online-Apotheke, die Gelegenheit konnten wir nicht verstreichen lassen.