es gibt Tage, da gewinnt man, es gibt Tage, da verliert man ….
Heute war eher ein Tag, an dem ich „verloren“ habe, vor allem Zeit!
Aber bevor ich dazu komme, noch die beiden Neuzugänge von gestern abend, wieder aus der Vaersthauser Straße in Unna („Fritz“ im April ist dort auch aus dem Jalousienkasten gefallen). Die Beiden, männlich, Teddy und Snowy, jetzt auch. Beide blutige Nasen, Rückführung brauche ich da nicht versuchen, schon gar nicht nach 20 Uhr. Also ab nach Hause. Bis auf die blutigen Nasen sahen sie gut aus, Snowy ist ein ganz hübscher Eichkater mit 4 weißen Pfoten, seht selbst.





Beide habe ich gestern abend direkt zu Findus einquartiert. Findus soll nicht lange alleine bleiben, er braucht „Gesellschaft“. Klar, immer ein Risiko, weil ich nicht weiß, was Snowy und Teddy mitbringen, aber auch Findus ist noch in der Quarantäne und dann „schmeißt“ man die Tiere auch einfach mal zusammen. Inwiefern der Sturz aus 8 Metern Höhe auf Pflastersteine den Eichiezähnen geschadet haben könnte, wollte ich heute von der TA in Lünen „kontrollieren“ lassen, neben Sandys Abszess und Cindys geschwollenem Gelenk.
Also nach dem Dienst ab nach Lünen …
Das Gelenk von Cindy muss definitiv geröntgt werden, dafür habe ich einen Termin in Unna am Montag ergattern können. Bei Sandy konnte die TA noch jede Menge Eiter aus dem Abszess entfernen, aber, an die verhärtete Stelle kommen wir nicht ran, da brauchen wir auch ein Röntgenbild, wie tief der Abszess geht, ob wir überhaupt eine Chance haben. Im Zweifelsfall müssten wir sie tatsächlich „schlafen legen“, ungewiss bleibt aber dann immer noch, was der Abszess mit dem Unterkiefer und damit mit den unteren Zähnen angestellt hat. Wackelige Kiste.
Bei Snowy und Teddy konnte man noch nicht viel sagen, die oberen Schneidezähne sind gerade durchgebrochen, da kommt es jetzt darauf an, ob der Sturz die Zahnwurzeln beschädigt hat und die Zähne schief raus kommen, da heißt es tatsächlich abwarten und das ist nicht meine bevorzugte Lebenseinstellung, leider, weiß ich.
Also, ab auf den Weg nach Hause. Auf der Höhe Dortmund Brackel hörte sich mein Auto – namens „Lieselchen“ – irgendwie komisch an, rumpelte … nächste Bushaltestelle, 1x ums Auto und siehe da, platter Reifen (RDKS hatte keine Chance sich zu melden). OK, Mitglied im „gelben“ Verein, angerufen.
„Ja, ich schicke jemand vorbei, kann aber dauern, es ist Freitag nachmittag, Ferienzeit, etc. da ist viel los!“
„Ich stehe hier mit 6 kleinen Eichhörnchen schwanger …“
Lachen am anderen Ende und „Ich schau mal, was ich tun kann!“
So, jetzt saß ich da, sechs, mittlerweile hungrige Eichies (ich hatte nicht nur Cindy mit, sondern auch die beiden anderen aus dem Inkubator KI und Simba) und natürlich Sandy, die die Tortur der Abszesseröffnung hinter sich hatte und Snowy & Teddy. Und da kam jetzt tatsächlich seit – ich glaube 2 Jahren – meine Notfalltasche im Auto zum Einsatz: bestückt mit Spritzen, Einweghandschuhen, Pipipads und Elektrolyte von Braun in „Miniampullen“.

Also Kofferraumklappe auf, reingesetzt und erst mal die Eichies mit Elektrolyten gefüttert. Fanden sie nicht so toll, sie hatten Milch erwartet, aber besser als nix, für mich gab es auch Wasser aus der Box. Die Busfahrer auch nicht begeistert, dass ich ihre Bushaltestelle blockierte, aber ein HInweis auf meinen Reifen und dass der ADAC informiert sei, hat sie besänftigt, ich stand an einer vielbefahrenen Straße). 45 Minuten später war der gelbe Engel da, schubste den Wagenheber drunter und holte einen 3cm Nagel aus dem Reifen. Alles wieder repariert, damit konnte ich erst mal weiterfahren, am Montag dann in die Werkstatt, wahrscheinlich ist ein neuer Reifen fällig.
Und die Hörnies zu Hause? Wurden in Windeseile mit Milch gestärkt, die „Selbstversorger“ haben die Zeitverzögerung gar nicht mitbekommen, die haben immer Futter und Wasser satt. Einzig die im Wildwald, die ich heute noch besuchen wollte, müssen bis morgen warten, aber auch da, Futter & Wasser in entsprechender Menge immer vorhanden.
Puh, ein Tag, den man nicht braucht ….
Und zu guter Letzt gab es auch noch Post, vom CVUA in Arnsberg. Vielleicht erinnert ihr euch noch, dass ich vor ein paar Wochen meinen kleinen „Frank“ verloren habe. Über das Veterinäramt des Kreises Unna ging er zum CVUA nach Arnsberg. Und ja, die Vorstellung, was da mit seinen „Überresten“ passiert, ist gruselig und deshalb brauchte ich damals das Wochenende zur Entscheidung. Der Befund ist jetzt da, den hier ich natürlich nicht in voller Länge abdrucken darf, nur ein Teil davon:
„Passend zum Vorbericht zeigte das Eichhörnchen als Hauptbefund eine mittelgradige katarrhalische Magen- und Darmentzündung, […] begleitend war das Tier geringgradig ausgetrocknet und wies einen reduzierten Ernährungszustand auf. “ (klar, Frank hatte Durchfall, nicht ungewöhnlich)
„Ein auslösender Erreger ließ sich allerdings in den weiterführenden Untersuchungen nicht nachweisen: Es war kein Parasitenbefall, insbesondere kein Befall mit Kryptosporidien und Giardien, feststellbar. In der bakteriologischen Untersuchung war der Dünndarm nahezu keimfrei und im Dickdarm ließen sich nur Enterococcus faecium und geringe Mengen von Hefepilzen (Candida krusei) nachweisen. Wahrscheinlich sind sowohl Enterococcus faecium als auch die Hefepilze Bestandteile des normalen Darmmikrobioms; allerdings kann eine bakterielle Imbalance im Dickdarm mit Überwuchern durch die Enterokokken nicht mit vollständiger Sicherheit ausgeschlossen werden. Als Nebenbefund war nur unter dem Mikroskop in den Lungenspitzenlappen in einer Lokalisation eine minimale eitrige Entzündungszellinfiltration sichtbar, wobei es sich um eine beginnende eitrige Lungenentzündung handeln kann. Es war aber nur ein so geringer Lungenanteil betroffen, dass dieser Prozess mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum plötzlichen Versterben des Eichhörnchens beigetragen hat.
Alle anderen Organsysteme zeigten keine krankhaften Veränderungen.“
Was heißt das jetzt für mich? So plötzliche Todesfälle verunsichern ungemein. Wenn man nicht weiß, was schief gelaufen ist. Habe ich einen Fehler gemacht? Habe ich etwas übersehen? War ich unachtsam? usw., usw. Da setzt richtiges „Kopfkino“ ein. Ich denke, im Fall von Frank hatte ich keine Chance, wie hätte ich das erkennen können und vor allem, was hätte ich tun können? Der Durchfall war keine 24 Stunden und setze völlig plötzlich ein. Ein bisschen Trost für mich, aber es bringt mir Frank nicht zurück ….
