… mal wieder ein etwas anderer Blog …
Die Eichiesaison ist lang und schwierig und alle Pflegestellen sind sich einig: einfache, problemlose Eichhörnchensaisons wie noch in den Jahren 2017/2018/2019 wird es nicht mehr geben, damit müssen wir uns abfinden und ggfs. von der Anzahl der Pfleglinge herunterfahren, weil wir sonst selbst „vor die Hunde gehen“. Die Hitzewelle tut ihr übriges dazu, dass die Wildtiere, dehydriert, abgemagert und voller Zecken und Fliegen bei uns ankommen. Aber wir können ja hier noch froh sein, dass „noch“ keine Waldbrände entstanden sind.
Mittlerweile bin ich dabei, meine Eichies in „Pflegestufen“ zu kategorisieren; hat natürlich nur im übertragenen Sinne mit unseren Pflegestufen zu tun, denn der Wechsel von einer in die andere Pflegestufe, erfolgt mitunter innerhalb von mehreren Stunden.
Fangen wir mit Pflegestufe 0 an, das sind die in den Auswilderungsvolieren:
Wildwald Vosswinkel: Linus, Luca, Mark & Finn
Alle 4 wohlauf, fotografieren wie immer schwierig, es ist dort einfach sehr schattig und damit aber auch angenehm kühl für die Eichies (eben waren es um 15.30 Uhr „kühle 22,9 Grad). Die 4 fressen wirklich sehr gut, Wasser ist im Gehege mit 4 Wasserschalen reichlich vorhanden.









Auswilderungsgehege Dortmund-Husen: Lilo, Bernhard, Bianca, Timmy, Nesto, Henry
sind mittlerweile gut angekommen, toben und sind teilweise sogar schon „stereo“; vor allem Lilo, der schlägt unentwegt Saltos. Hier also auch alles in Ordnung. Auch Pflegegrad 0!




















Pflegestufe 1 (Selbstversorger aber noch in der Überwachung: wie kommen sie mit klettern, springen und dem „selbstversorgen“ zu Recht):
Wohnzimmer: Risu, Sternchen, Hörnchen, Frida, Plumpsi und Mickey haben sich mittlerweile auch alle eingefunden, allein Mickey hat noch ein bisschen Probleme mit seinen Artgenossen, sondert sich ab, er war ja auch die ganze Zeit alleine wegen seinem Kokzidien und Wurmbefall, aber das schafft er, da bin ich mir ziemlich sicher, er braucht noch ein bisschen. Auch hier wird gefuttert ohne Unterlass.






Pflegestufe 2 (angehende Selbstversorger, brauchen noch Milch und können noch nicht selbständig Pipi machen oder muss kontrolliert werden!)
Laufstall: Henry, Tristan und Isolde
werden gleich in einen Laufstall umquartiert, der Bewegungsdrang wurde für die Transportbox einfach zu groß und wenn sie etwas tun sollen, dann bewegen! Bei ihnen sieht erst mal alles gut aus:





Pflegestufe 2 & 4 (4= Durchfall, Ursache noch ungeklärt)
Transportbox 1: Frank und Franky
Sind seit dem 01.07. hier und geben mir nur Rätsel auf. Frank und Franky habe ich am 01.07. von der Pflegestelle in Altena übernommen, Frank (spirlig schlank mit 36,8g), Franky schon etwas stabiler mit 43,3g und, wesentlich größer als Frank. Vier Wochen ging alles gut, super Pipi, super Köttel, nur, die Gewichtszunahme extrem unterschiedlich, sie sind nahezu gleich alt: Franky bekommt aktuell 129,4g auf die Waage, Frank nur 85,8g und dieser Unterschied innerhalb von 4 Wochen! Das Problem; seit gestern hat Frank Durchfall, Kryptotest ist negativ, dafür Giardien, er wird von Stunde zu Stunde schwächer … Franky ohne irgendwelche Symptome … und das sind eben diese Momente, die wir unter Pflegestellen ganz oft diskutieren: was läuft schief, was haben wir übersehen, was haben wir falsch gemacht usw, usw…. wir kämpfen immer alle bis zum Schluss, mehr können wir nicht tun, aber dieser Kampf ist mitunter bitter, aber dazu später mehr mit „Tessa“.
Transportbox 2: Chip (Pflegestufe 3, wackelig, aber auf dem Weg der Besserung)
er kämpft leider immer noch an mehreren Fronten: seine Zähne, den Durchfall, der mal ausbricht und wieder verschwindet und … er verliert sein komplettes Fell, er sieht echt „gruselig“ aus. Er kämpft, trinkt gut. Mit ihm werde ich wohl nächste Woche zu meiner TA gehen, sie ist dann erst mal wieder aus dem Urlaub zurück. Wir müssen die Zähne beurteilen, ob der Kampf überhaupt eine Chance hat. Bilder folgen, er ist so quirrlig, kaum Bilder möglich!
Tessa
neu hinzugekommen (grundsätzlich Pflegetufe 4), ca. 3 Wochen alt, dehydriert, vermutlich Katzenbekanntschaft gemacht, ziemlich dürr und dazu kalt. Sie hat die ersten 48 Stunden nicht überlebt, ich habe sie nicht mehr „warm“ bekommen, auch der Inkubator nicht, warmrubbeln nicht, nichts, es half einfach nichts, aber sie hat sehr gerne die Milch genommen, die Dehydrierung hatten wir fast weg (und da muss man „tierisch“ aufpassen mit dem Refeedingsyndrom!) Mach es gut kleine Tessa, ganz schlechter Start und sehr kurzes Leben!

Und dann haben wir noch Bärbel in der Quarantänestation: Pflegestufe 1 (ähnlich wie Lina und ihr Nachwuchs, kamerascheu und „wild“ nur webcamüberwacht!): frisst, trinkt, versorgt sich selbst, aber klettert nicht, Probleme mit der Orientierung. Von meiner Seite wenig zu tun, aber die Gedanken, wie es weiter mit ihr geht. Sie ist kaum zugänglich …. sie hat noch Zeit sich zu bekrabbeln… noch ist die Saison nicht zu Ende.
Ein steter Kampf!
