Eichhörnchenfütterung im Winter

Aktuell erreichen uns viele Anfragen:

„Was kann ich den Eichhörnchen im Winter füttern, wie kann ich sie unterstützen?“

Wir wollen alle helfen. Wir haben auf unseren Seiten den EichhörnchenFlyer – der aber aktuell überarbeitet wird- enthält er keine Fehlinformationen. Von der Futterliste im Winter bitte alles streichen, das durch die Kälte „gefroren“ wird (kein Nassfutter!). Das ist weder für die Eichhörnchenzähne noch für den Eichhörnchenmagen gut. Wir „futtern“ im Winter auch kein „Schleckeis“ draußen … normalerweise …
Bitte aber immer bedenken, dass eine selektive Fütterung weder bei Eichhörnchen noch bei Vögeln klappt. Will man z.B. nur Singvögel füttern, bedienen sich daran sowohl Tauben, Elstern, Eichelhäher und Greifvögel, wenn sie in Futternot sind. Leider sind auch alle unsere vierbeinigen Nager – neben den Eichhörnchen – wie z.B. Ratten und Mäuse sehr clever und bedienen sich daran. Eine selektive Fütterung ist daher kaum möglich.

Wie stellt man das Futter zur Verfügung?
Da gibt es die schönsten Varianten, wir können nur ein paar davon beleuchten.
Viele legen die Nüsse nur auf einem großen Stein oder den Gartenmöbeln aus und warten, bis alles weggeholt wurde und legen dann nach. Das ist die einfachste Variante!
Es gibt aber auch jede Menge Eichhörnchenfutterhäuschen zu kaufen oder selbst zu basteln. Dabei gibt es leider auch viele „Klippen“, die beachtet werden sollten:

Wichtig ist vor allem ein leichtgängiger Deckel, den die Eichhörnchen mit dem Kopf hochdrücken können. Dabei ist unerlässlich, dass im geschlossenen Zustand zusätzlich (!) ein so großer Spalt zwischen Frontabdeckung und Deckel bleibt, das das Eichhörnchen, wenn ein 2. Eichhörnchen auf den Deckel springt, das 1. Eichhörnchen nicht einquetscht. Daran mangelt es leider bei vielen Futterhäuschen, die im Handel zu kaufen sind. Wenn man darauf trotzdem zurückgreifen möchte, sollte man die Frontplatte einkürzen.
Besteht die Frontplatte aus einer Plexiglasscheibe, sollte aus og. Gründen unbedingt die Plexischeibe mit einem Kantenschutz versehen sein.
Es gibt aber durchaus auch Futterhäuser, die ohne diesen Deckel eine Entnahme des Futters ermöglichen.


Das Futterhäuschen sollte so gebaut sein, dass das Regenwasser vom Dach abläuft und nicht in den Innenraum gelangt; unvermeidlich ist dies nicht, denn auch die Luftfeuchtigkeit trägt zur Durchfeuchtung des Futters bei, deshalb ist es wichtig, dass das eingedrungene Wasser z.B. durch einen Ablauf am Boden wieder entweichen kann. Auch sollten die Leisten und Bauteile nicht mit Silkon abgedichtet sein, sie verhindern die Luftzirkulation und lassen den Inhalt schnell schimmeln.

Das Futterhäuschen sollte so angebracht sein, dass der Deckel immer nach Verlassen den Futterhäuschens schließt, so dass es nicht zur „Schlagfalle“ wird, wenn ein neugieriges Eichhörnchn in die Futterbox springt und das Futter auch immer gegen Nässe von oben geschützt ist.

Das Futterhäuschen sollte nicht aus kesseldruckimprägnierten Holz bestehen (es wird mit Salzen und verschiedenen Stoffen wie Kupfer, Chrom, Arsen oder Bor behandelt, die eine insektizide und fungizide Wirkung haben, so dass das Holz nicht durch Schädliche und Pilze angegriffen wird. Sie sollten deshalb niemals mit Lebens- oder Futtermitteln in Kontakt kommen). Außerdem nimmt es den Geruch der Nüsse an und dann nagen die Eichhörnchen auch gerne mal daran, was aufgrund der Bestandteile nicht für die Gesundheit förderlich ist. Um die Haltbarkeit der Häuschen zu verlängern kann ein Blechdach oben montiert werden (dabei sind scharfe Kanten unbedingt zu vermeiden) und sie können mit einem unbedenklichen Öl, z.B. Leinöl, Olivenöl, Holzwachs gestrichen werden.

Eine große Sitzfläche vor dem Häuschen erleichtert den Eichhörnchen die Entnahme der Nüsse und man kann sie dann auch sehr gut beobachten, wenn die erste Nuss an Ort und Stelle geknackt und verspeist wird.

Das Futterhäuschen sollte einen Platz finden, bei dem die Eichhörnchen vor den Fressfeinden geschützt sind und dazu gehören sowohl Greifvögel, Marder und Wiesel wie auch unsere Haustiere. Es sollte an dem Hauptstamm eines Baumes hängen, so dass es auf einem Astabzweig aufliegt. Hier können die Eichhörnchen schnell fliehen, sollte doch ein Fressfeind auftauchen. Freie Flächen sind ungeeignet, denn hier können die eichhörnchen nicht in Ruhe das Futter aussuchen, das sie mitnehmen möchten, da sie permanent und von allen Seiten gefasst werden können. Je höher der Hunger der Eichhörnchen, desto unvorsichtiger werden sie. Das gilt für die Nahrungssuche und damit auch einhergehend mit dem Überqueren von Autostraßen .

Wenn es irgendwie möglich ist, und gerade kein Schnee liegt, dann auch gerne eine Wasserschale bereitstellen. Die Wasserschale sollte möglichst eisfrei sein und täglich neu gefüllt werden (Achtung, eine Wasserschale ist immer ein Krankheitsüberträger, deshalb bitte täglich wechseln). Ideen für „eisfreie“ Wasserschalen gibt es im Internet jede Menge, da muss man sich aussuchen, was unter den vorhandenen Gegebenheiten passt und vor allem praktikabel ist.

Man kann den Eichhörnchen auch Nistmaterial zur Verfügung stellen. Dazu eigenen sich:

  • Naturbaumwolle
  • kleine Fleecestücke (z.B. von einem alten ausgedienten Fleecepullover)
  • Alpakawolle
  • Schafwolle
  • ausgekämmtes Hunde- oder Katzenhaar
  • Holzwolle (Achtung, nur kleingeschnitten, damit sich die Eichies nicht damit strangulieren können)
  • Jute (auch nur kleingeschnitten!!!)
  • getrocknetes Moos oder Laub

Man sollte das Nistmaterial möglichst trocken zur Verfügung stellen. Dafür eignet sich ein „Eichhörnchenkobel“, wie er überall zu kaufen ist, Nistmaterialspender oder z.B. einen Baumwollbeutel (der trocken unter einem Dachvorsprung hängt) und an einer Ecke unten aufgeschnitten ist. Wichtig ist, dass das Nistmaterial trocken bleibt, damit sich die Eichies, oder auch Vögel, es mitnehmen (wir wollen ja auch keine nasse Bettwäsche).

Noch Fragen? Dann gerne post@aktion-eichhörnchen.de