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Lucy und Luis (02.06.2019 bis 18.06.2019):

02.06.2019
Nachmittags kommt der Anruf: Es sind wieder zwei Hörnchen aus dem Kobel gefallen, können wir sie zu Euch bringen? Klar, gern. Lucy und Luis, Geschwister von Lulu und Ludwig, sind bis auf Nasenbluten, eine Zecke (Lucy) und Flöhe (beide) unversehrt. Nach der Untersuchung lassen wir sie schlafen, bieten ihnen später Elektrolyte und Arnikaglobuli an, mit gemischtem Erfolg.

03.06.2019
Versuch der Fütterung morgens vor der Arbeit, war noch zu früh, beide sind verängstigt, möchten sich in die dunkelste Ecke verziehen. Weitere Versuche mittags und nachmittags sind ebenso erfolglos - bis um 18.30 Uhr auf einmal Interesse für die Milchspritze da ist und die Angst dem Hunger weicht. Beide möchten danach noch kuscheln, schmiegen sich an - toll, das Eis ist gebrochen. Später zur Nacht noch eine Fütterung und dann noch einmal mit dem Flohkamm durchs Fell.

 Lucy und Luis


04.06.2019
Ab jetzt läufts, allerdings ist Luis gieriger als seine Schwester - wie alle Hörnchenjungs, die wir bisher hatten, besteht sein Leben scheinbar aus trinken und schlafen, seine Schwester ist da schon etwas sensibler, interessiert sich mehr für ihre Umgebung, trinkt mal und mal nicht, macht Pausen. Alles klappt wunderbar, und die Kleinen sind tolle Hörnchen, drollig, tapsig, verspielt - Babys halt.
Wir würden gern den Kobel verschließen, aus dem die beiden stammen, immerhin sind sie schon Hörnchen Nummer 11 und 12 aus der location - wir leiern da mal was an, vielleicht klappts ja.

05.06.2019
5.30 Uhr ist für Luis einfach zu früh, er trinkt anderthalb ml und kuschelt sich dann wieder in die Handhöhle und schwupps, sind die Augen zu. Dabei sollten die beiden mal eine Runde durchs Wohnzimmer joggen. Naja, dann eben heute Mittag, das war gestern auch ihre "activity-time". Lucy nutzt die Gelegenheit und erkundet alles, Luis kuschelt lieber und macht Bubu. Die Abendfütterung verläuft unspektakulär, danach präsentieren wir ihnen den eben eingtroffenen Welpenlaufstall, der ihren Radius etwas vergrößert, außerdem müssen sie nicht mehr in der Transportbox schlafen, allerdings zeigen sie keine Reaktion.

 Lucy und Luis

 

06.06.2019
Die Kleinen wollen trotz der neuen Freiheit von uns geweckt werden, Fütterung wie gewohnt ruhig, danach wollen sie wieder schlafen. Auch später keine Aktivität. Nach der 18 Uhr-Fütterung ist Lucy aktiv und hopst herum, Luis kuschelt und schläft. Am 08.06. bringen wir die beiden zur nächsten Pflegestation. Auf dem Foto oben in der Mitte wirkt Lucy unheimlich grau - das muss was mit dem Lichteinfall zu tun haben, sie ist einfach rot-braun.

07.06.2019
Das Aufstehen fällt den beiden immer noch nicht leichter, obwohl sie die Rituale jetzt doch schon kennen sollten. Mittags nach der 13 Uhr-Fütterung liegen wir zu viert 2 1/2 Stunden auf der Couch, es ist schwülwarm, Luis chillt gelassen, Lucy ist wie immer unruhig, aber witzig. Die nächste Pflegestation hat den Termin abgesagt wegen Krankheit.
Abends fällt uns auf, dass Luis am rechten Hinterbein lahmt, der Fuß ist geschwollen, er kann das Bein nicht belasten. Ist das der Grund für sein Kuschelbedürfnis und seinen Unwillen, sich zu bewegen? Bemerkt haben wir bisher nichts.

08.06.2019
Frühstück wie gehabt, Lucy tobt anschließend herum, immer in unserer Nähe, sie versucht, Luis zu necken, der bleibt aber immer in Deckung, wir wissen ja jetzt, warum. Natürlich ist Wochenende, natürlich ist keine Hilfe zu erreichen, Mist.

09.06.2019
Alles ist wie gehabt - nachmittags stellen wir Luis einer erfahrenen Hörnchenexpertin vor, die homöopathische Mittel empfiehlt. Beide Hörnchen sind in Aufruhr, der Ausflug war zu aufregend. Zur 18 Uhr-Fütterung ist wieder Ruhe eingekehrt. Lucy nimmt grossen Anteil, ihr scheint aufzufallen, dass ihr Bruder leidet, sie zeigt immer nur wenig eigene Aktivität und schaut immer nach ihm und kuschelt sich an. Erstaunlich. Wir werden versuchen, sie nicht trennen zu müssen! Unsere Urlaubsvorbereitungen sehen irgendwie ganz anders aus als vorher geplant.

 Lucy und Luis



10.06.2019
Die beiden sind immer noch keine Frühaufsteher, wir wecken sie und sehen ihnen minutenlang gerührt zu bei ihrer "Kobelkuschelei". Luis rechter Hinterlauf ist noch genau so dick wie gestern, er meidet jeden Druck darauf. Auch sonst ändert sich nix: Milch und schlafen, keine Wohnzimmererkundung, keine Kletterei für Lucy, wir setzen sie sogar mal absichtlich ein paar Meter weg - sie kommt auf dem schnellsten Weg zurück zu ihrem Bruder.

11.06.2019
Keine Besserung, jetzt schwillt auch noch Luis linke Vorderpfote an, also ab zum Tierarzt. Tastbefund: an der Hüfte gibts Schwellungen, Diagnose vermutlich Bakterieninfektion - das sieht nicht gut aus für unseren Luis. Ein Antibiotikum muss er jetzt zwei Mal täglich nehmen, das wird schwierig. Lucy begleitet ihn zum Arzt, wird auch gleich untersucht und für fit befunden.
Die erste Medikamentengabe mittags ist kein Problem, Luis schluckt fast alles, was man ihm anbietet. Lucy bleibt immer noch an seiner Seite, in einem kleineren Umkreis tobt sie aber auch schon mal herum.

 Lucy und Luis



12.06.2019
Luis wird lebhafter, er möchte sich auch bewegen, beide hopsen mittags im Wohnzimmer herum, wir versuchen, Abstürze zu vermeiden. Lucy ist ganz flott unterwegs, bewegt sich elegant, Luis tappst herum mit seinen geschwollenen Pfoten. Immerhin, es geht voran, so möchten wir das jedenfalls sehen. Abends dasselbe Bild, Lucy aktiv und Luis unbeholfen, aber immerhin schon besser als am Tag zuvor.

13.06.2019
Morgens holen wir sie immerhin nicht mehr aus dem Tiefschlaf, nach Fütterung und Medikamentengabe bewegen sich beide, Luis Pfote scheint etwas besser zu funktionieren, er setzt sie auch schon mal als Stütze ein. Lucy spielt Fangen mit sich selbst und mit uns, leider ist ihr Bruder kein ebenbürtiger Spielgefährte. Mittags erleben wir einen Rückschlag, die Pfote ist wieder dick und kaum zu gebrauchen, an der linken Vorderpfote verändert sich auch nix. Trotzdem möchte Luis aktiv sein, wir müssen immer aufpassen, dass er keinen Unfall erleidet. Er ist aber schnell müde, Lucy tobt weiter und irgendwann kommt auch sie zur Ruhe.
Heute konnten wir erreichen, dass Luis und Lucys "Geburtskobel" unter dem Dachbalken eines Einfamilienhauses verschlossen wurde - das war keine glückliche Wahl der Eichhörnchenmutter, sobald es draussen heiß wurde ist der bewegungsfähige Nachwuchs zum Ausgang getaumelt und prompt 7 Meter in die Tiefe gestürzt, auf diese Art haben wir in den letzten 12 Monaten 3 fast komplette Würfe zu jeweils 4 Kleintieren bekommen, davon waren 9 fit und gesund und mit Luis 3 Tiere, die erheblichen support-Bedarf hatten. 2 davon konnten wir auch noch auswildern, aber bei Luis steht das noch in den Sternen. Hoffentlich müssen wir nicht bald eine sehr traurige Entscheidung treffen...und hoffentlich findet das Muttertier eine bessere Örtlichkeit, um ihren Nachwuchs aufzuziehen.

14.06. - 16.06.2019
Ein Familienbesuch führt uns in die Pfalz, wir nehmen die beiden mit, 4 Stunden Autofahrt nehmen sie gelassen und toben anschließend ausgiebig herum. Samstag und Sonntagmorgen nehmen wir uns viel Zeit zum herumtollen und kuscheln, die Rückfahrt verläuft unspektakulär. Luis ist aktiv, klettert und turnt, spielt und probiert, sein Handicap ist kaum zu bemerken. Allerdings wird die Schwellung auf seiner linken Vorderpfote immer größer, der rechte Hinterfuss sieht fast normal aus, nur das Kniegelenk...Beim Kratzen kommt er mit der Pfote nicht ans Fell, er wedelt damit nur in der Luft herum. Nach unserer Rückkehr erklimmt er als erstes den Katzenkratzbaum, aber da wo Lucy sich mit den Hinterpfoten abstößt, macht er mit den Vorderpfoten Klimmzüge. Ein wenig Zeit ist noch...

17.06.2019
Eigentlich war für heute ein Tierarztbesuch geplant, aber die Praxis ist wegen Urlaubs geschlossen. Und nun? Luis kann mittlerweile auch seinen linken Vorderfuß nicht mehr belasten, weil die dicke Beule darauf ihn wohl schmerzt. Ansonsten sind sie wieder gut daheim angekommen, genießen wohl die vertraute Umgebung. Wir beschließen, die beiden morgen Abend wie geplant zur nächsten Pflegestation weiterzugeben.
Abends meldet sich die Tierärztin und bietet an, Luis am nächsten Morgen zu untersuchen - trotz ihres Urlaubs. Wunderbar, erlösend, tolle Nachrichten.

 Gib mir auch was! Nee! Dann such ich mir eben selbst was!


18.06.2019
Wir stellen Lucy und Luis der Tierärztin vor, sie öffnet bei Luis zwei Eiterbeulen an den linken Pfoten - Wahnsinn, was da heraus kommt. Luis jammert, aber er beißt und kratzt nicht...tapferes Bürschlein. Die Prognose ist optimistisch, er wird vermutlich wieder gesund werden, wenn er das Antibiotikum weiter bekommt. Tolle Nachrichten, obwohl wir für uns schon beschlossen hatten, ihn, wenn er bewegungseingeschränkt bleibt, im Wildwald Voßwinkel unterzubringen oder ggf. in einem anderen "Gnadengehege", vielleicht in Eckernförde..
Abends bringen wir Lucy und Luis zur nächsten Pflegestation, zu Menschen, die ein eigenes Außengehege haben und wo auch schon die Geschwister von Lucy und Luis, Lulu und Ludwig, leben - und auch Speedy.
Viel Glück, ihr fünf, eine gute Auswilderung wünschen wir euch.


 










 


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